Nach Angaben des Leiters der Suchtklinik «Teen Spirit Island» im Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover, Prof. Christoph Möller, ist das Mittel extrem gefährlich. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass der künstliche Cannabis-Wirkstoff süchtig macht. Er greift in den Gehirnstoffwechsel und die seelische Entwicklung ein», sagte Psychiater Möller. Vermehrt landen inzwischen Jugendliche nach dem Konsum von «Lava Red» mit schweren Kreislaufstörungen und anderen Symptomen im Krankenhaus.
«Lava Red» ist zur noch nicht verbotenen Nachfolgedroge von «Spice» geworden. «Sie enthält Inhaltsstoffe, deren Wirkungen unerforscht und bedenklich sind», erklärt Frank Federau vom niedersächsischen Landeskriminalamt. Jede Packung, die das Landeskriminalamt bekommt, müsse im Labor untersucht werden, um die Inhaltsstoffe zu identifizieren. «Wir gehen davon aus, dass die Hersteller bewusst das Betäubungsmittelgesetz umgehen», sagt der Polizist. «Es werden vorsätzlich falsche Angaben zum Gebrauch gemacht. Dass eine Kräutermischung, die zehn Euro pro Gramm kostet, nicht als Badezusatz oder Räucherware eingesetzt wird, dürfte klar sein.» Junge Abnehmer werden durch verharmlosende Erfahrungsberichte im Internet geködert.
Doch gerade den Jugendlichen wird die gesundheitsschädigende und rauschauslösende Wirkung von «Lava Red» zum Verhängnis. Neben Erbrechen und schweren Kreislaufstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit kann das Mittel auch lebensgefährliche Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Wahrnehmungsveränderungen und Panikattacken hervorrufen.
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