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25.11.2011 00:00 Uhr 0 Kommentare

»Kinder zum Zähneputzen motivieren«

Zahngesundheit: Ordentliches Reinigen muss Alltag sein - Regelmäßige Apfelsaftschorle ist Gift für die Zähne


»Paul, Zähne putzen! Leon, Du auch! Simon, Du auch!« Jeden Morgen nach dem Frühstück bürsten die Kinder der Kinderkrippe Sankt Vinzenz von Paul in Kleinostheim gemeinsam ihre Zähne. Erst dürfen die Kleinen selbst putzen, dann rufen die Erzieherinnen sie auf und reinigen nach. Danach spülen die Kinder mit Wasser, und dass sie es mehr schlucken denn ausspucken findet Zahnärztin Julia Heck aus Alzenau nicht schlimm:
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Spielerisch kann jeder den Kindern die Angst vor dem regelmäßigen Kontroll-Besuch beim Zahnarzt nehmen. Dabei ist es wichtig, dass der Zahnarzt als Vertrauensperson akzeptiert wird. Wenn die tägliche Zahnpflege stimmt, wird der Bohrer ohnehin nicht gebraucht. Foto: Techniker Krankenkasse
»Es macht nichts, wenn die Kinder Zahncreme runterschlucken. Es ist gut, wenn sie das darin enthaltene Fluor auch über den Magen aufnehmen.«
Vorbildliche Aktion
Wobei das Wasser nicht sein müsse, »weil es das Fluor von den Zähnen spült«, sagt Claudia Link, Assistentin bei Zahnarzt Dirk Zipprich in Aschaffenburg. Doch Kinderkrippen wie die Kleinostheimer loben die Ärztinnen und ihr Krombacher Kollege Michael Link als vorbildlich. »Es ist wichtig, dass Zähneputzen in Kinderkrippen und Kindergärten selbstverständlich ist, weil die Kinder dort essen«, betont der Zahnmediziner und bedauert, dass manche Einrichtungen lax mit der Zahnpflege umgehen.
Denn Zähne reinigen muss so selbstverständlich sein wie Essen und Trinken. Im Kindergarten - und natürlich daheim. Eltern müssen Zähneputzen vom ersten Milchzahn an in den Alltag einbinden, sollen Kinder gesunde Zähne haben. »Kinder lassen sich sehr gut motivieren«, weiß Zahnarzt Michael Link aus Erfahrung - und lobt, dass die Zahnpflege bei den Jüngsten »viel besser als vor 15 bis 20 Jahren ist. Bei Eltern und Kindern gibt es viel mehr Bewusstsein, wie wichtig richtiges und regelmäßiges Zähneputzen ist«. Laut der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie haben 70 Prozent aller Kinder bis zwölf Jahren und fast die Hälfte aller Jugendlichen bis 15 Jahren »ein Gebiss ganz ohne Karieserfahrung«. Dennoch, betont Claudia Link, seien manche Eltern zu schlecht aufgeklärt über die richtige Zahnpflege ihrer Kinder.
Für gesunde Milchzähne - für die bleibenden gilt das natürlich auch - nennt Michael Link drei Bausteine: Mundhygiene, Fluoridierung und Ernährung. »Es kommt nicht nur auf den Zucker in Lebensmitteln an«, sagt auch Zahnärztin Julia Heck. »Kinder dürfen eine ganze Tafel Schokolade verputzen. Das macht den Zähnen überhaupt nichts aus, wenn sie danach geputzt werden.« Gefährlich seien Dauernaschen und Dauernuckeln: »Alle halbe Stunde oder alle zwei Stunden einen Keks, Apfelsaft aus der Babyflasche: Das ist Gift für die Zähne, denn sie haben keine Zeit sich vom Essen zu erholen.« Auf die Gefahr insbesondere der Apfelsaftschorle weist auch Claudia Link hin und berichtet, dass bei manchen Zweijährigen die oberen Schneidezähne von Karies zerfressen sind, vom täglichen Trinken von Saftschorle aus der Nuckelflasche. »Kinder sollten nur zu Mahlzeiten Saft bekommen, ansonsten Wasser und ungesüßte Tees«, empfiehlt sie. Kinder, die ständig essen, »werden mehr Karies haben als andere«, prognostiziert Michael Link und fasst Ernährungsfallen zusammen: »Je klebriger und süßer, desto schlechter für die Zähne.« Nicht gut sind also auch salzige Knabbereien.
Karies ist übertragbar
Denn: Karies kommt nicht einfach so. »Kinder mit schlechten Zähnen haben oft auch Eltern mit schlechten Zähnen«, berichtet Julia Heck aus der Praxis. An den Genen liegt das nicht. Karies ist übertragbar, zum Beispiel von Löffel zu Löffel. Stimmt zwar, sagt Michael Link. »Aber kein Mensch, auch kein Kind kann steril aufwachsen. Viel wichtiger ist die richtige Mundhygiene.« Also ordentlich Zähneputzen. »Wichtig ist, nach dem Essen etwa eine halbe Stunde damit zu warten«, sagt Julia Heck. Sonst droht ein ganz anderes Problem: »Leute, die sehr gut und zu schnell nach den Mahlzeiten putzen, haben sehr empfindliche Zähne«, sagt Michael Link. »Die tun zu viel des Guten.«
Richtig Zähneputzen heißt bei Kindern: morgens und abends mit einem kleinen Kleks Zahnpasta, jeden Zahn erwischen, den Zahnfleischrand mitreinigen und immer systematisch putzen, damit ein Gefühl für die Motorik entsteht. Und wie lange? »Bis alle Zähne sauber sind!«, sagt Julia Heck. Elektrische Zahnbürsten seien da nicht schlecht, sagt Claudia Link: »Kinder haben Spaß daran und sie machen Zähne manchmal besser sauber.« Für den täglichen Gebrauch seien sie aber nicht zu empfehlen.
Denn, so Michael Link: »Kinder lernen damit nicht die Feinmotorik, die fürs Zähneputzen wichtig ist. Die haben sie erst mit etwa zwölf Jahren vollständig ausgebildet. Es ist also keine Schande, wenn Eltern auch bei Zehn- und Elfjährigen noch nachputzen.« Susanne von Mach

Zähneputzen kann Kindern auch Spaß machen. Foto: dpa

Mindestens zweimal am Tag ist Zähneputzen Pflicht. Foto: proDente

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