Ein Lied für die Reporterin
Apropos hören: Aus einem Hinterhof dringen plötzlich Schlagzeugklänge an mein Ohr. Da muss ich hin! Je näher ich komme, desto lauter wird es. Ich höre Gitarren und Schlagzeug sowie Gesang, selbst durch die geschlossene Tür. Das meinte Thomas wohl mit Krach. Ich finde, dass es sehr schön klingt, auf jeden Fall mehr nach Musik als nach Krach. Nanu, habe ich da nicht meinen Namen gehört? Nein, das kann ja gar nicht sein.
Das Anklopfen spare ich mir, das würde drinnen eh niemand hören. Als ich in den kleinen Raum stolpere, beenden die vier Männer sofort ihr Spiel und begrüßen mich freudig. »Prima, dass du da bist, Paula, wir haben gerade dein Lied geübt, ich bin übrigens Thomas«, sagt der Mann mit dem Mikrofon in der Hand. »Mein Lied?« frage ich verdutzt und werde ein bisschen rot um den Schnabel.
»Na klar, wir haben extra eins für dich geschrieben«, sagt der Gitarrist neben Thomas, der sich mir als Stefan vorstellt. Rasch nehmen sie mich in ihre Mitte und singen mir das Paula-Print-Lied vor. Es handelt davon, was ich alles schon so erlebt und worüber ich in der Zeitung geschrieben habe. Und es ist so fetzig, dass ich kaum still sitzen kann. Als die Vier fertig sind, applaudiere ich begeistert.
Dialektgesang
»Habt ihr noch mehr so tolle Lieder auf Lager?«, will ich wissen. »Na klar«, antwortet Thomas. »Wir haben ein Lied übers Kettcar fahren im Repertoire, eins über die Mondrakete Apollo 11, eins über Pferde und noch viele mehr, insgesamt über 20.« Ich entscheide mich fürs »Kettcar fahr’n«. Das Lied rockt genauso wie »mein« Lied und ich wippe auf meinem Hocker im Takt mit.
»Handeln alle eure Lieder von Kindern«, frage ich, als das Stück zu Ende ist. »Ja, entweder von Kindern oder von Dingen, die Kinder beschäftigen oder interessieren«, antwortet mir Thomas. Das kann ein Freundebuch sein oder auch ein Ausflug mit der Maintaleisenbahn nach Miltenberg beziehungsweise »Mildebääsch«, wie es im Lied richtig heißt, erzählt Thomas und lacht. Denn Dunnäkeil singen in ihrem Dialekt.
»Das soll unsere Heimatverbundenheit ausdrücken, genauso wie unser Bandname.« »Was ist denn ein Dunnäkeil«, frage ich und ernte ungläubige Blicke, weil ich das nicht weiß. Aber Max erklärt mir geduldig, dass ein Dunnäkeil entweder so eine Art liebenswerter Lausbub ist oder dass man das zu jemandem sagt, der etwas besonders Anerkennendes geleistet hat. Aber dann mahnt Thomas, der so ein bisschen der Chef der Truppe ist, dass man nun weiter üben müsse, schließlich stünde bald ein Auftritt an.
»Ach, ihr tretet auch auf?« frage ich und ernte herzliches Lachen. »Na klar, unser nächster Auftritt ist am 8. Februar, da spielen wir auf dem Kindermaskenball in Mainflingen«, sagt Daniel und Thomas ergänzt, »im Juli sind wir auf dem Mühlbergfest in Johannesberg.«
»Falls du nicht mehr so lange warten willst, kannst du uns auch schon zu Hause oder in der Redaktion hören«, sagt Stefan und gibt mir eine CD. Erfreut verabschiede ich mich von den musikalischen Jungs, damit sie in Ruhe weiter üben können und während ich nach Hause watschele, merke ich, wie ich die ganze Zeit »Wir wollen Kettcar fahr’n« vor mich hin singe.
bDie Kinderrock-Band Dunnäkeil könnt ihr am Freitag, 8. Februar, um 16 Uhr auf dem Kindermaskenball im Bürgerhaus Mainflingen bei Seligenstadt erleben. Infos zur Band gibt es bei Thomas Becker unter Tel. 06022/4066001 und im Internet unter www.dunnäkeil.de. Paula Prints Video ist auf www.youtube.com/dunnaekeil zu sehen.
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