Demnach liegt bei ihm eine paranoide Schizophrenie vor. In der wahnhaften Vorstellung, das Kind könne nicht von ihm sein, hatte er am 8. Februar dieses Jahres in Groß Börnecke bei Magdeburg mit einem Messer 15 Mal auf seine schlafende Ehefrau eingestochen. Das ungeborene Kind erstickte an Sauerstoffmangel im Mutterleib.
Die Staatsanwaltschaft hatte die Einweisung des Angeklagten in die Psychiatrie beantragt, dagegen forderte die Verteidigung Freispruch. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann zum Zeitpunkt der Tat schizophren war. Das hätten Gutachten und Sachverständige nachgewiesen. Er habe noch immer Eingebungen und akustische Halluzinationen, obwohl er seit Sommer in einer psychiatrischen Klinik behandelt werde.
Der Mann türkischer Abstammung kam 2007 nach Deutschland und lernte als Mitarbeiter einer Döner-Bude in Groß Börnecke seine spätere Frau kennen. Als er im Sommer 2008 abgeschoben wurde, folgte ihm die junge Frau aus Sachsen-Anhalt in die Türkei, um ihn dort zu heiraten. Die Hochzeit fand im September statt; im März sollte das Kind zur Welt kommen. Der Mann bildete sich ein, dass er von seiner Frau betrogen worden sei und seine Ehre wiederherstellen müsse. Die Vorsitzende Richterin Claudia Methling sagte, reale Anhaltspunkte für die Annahme des Angeklagten habe das Gericht nicht finden können.
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