Dienstag, 2.09.2014
 
Login | Neu hier?
 
 
  
 
hinzufügen Merkliste (0 Objekte)
 
Punkte
Text vergrößern
Text verkleinern
Artikel drucken
Artikel weiterempfehlen
Artikel kommentieren
+
Bookmark
Del.icio.us
Digg
Facebook
Google Bookmarks
Mister Wong
Webnews
Yigg
06.12.2012 14:56 Uhr 0 Kommentare

Brasiliens Star-Architekt Oscar Niemeyer gestorben

Rio de Janeiro (dpa) 
Oscar Niemeyer galt als Meister der Kurven. Von der Arbeit besessen, war für ihn die Architektur sein Lebenselixier. Auch als über 100-Jähriger ging er regelmäßig in sein Büro an der Copacabana in Rio de Janeiro. Seine Werke sind geprägt von kühner Eleganz und schwungvollen Linien.
Anzeige



Fotogalerie: Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten:

Bilderserie: dpa-Fotografen

Es sind oft in Beton gegossene Gedanken, mit denen der bekennende Kommunist den Betrachter immer überraschen wollte. «Oscar Niemeyer, Brasilianer, Architekt. Er lebte unter Freunden und glaubte an die Zukunft» - so schlicht wolle er in Erinnerung bleiben, sagte er einmal. Er starb am Mittwoch in Rio im Alter von 104 Jahren.

Rechte Winkel waren für den Vater der brasilianischen Architekturmoderne eine Art Unterdrücker. «Was mich anzieht, ist die freie und sinnliche Kurve, die ich in den Bergen meines Landes finde, im mäandernden Lauf seiner Flüsse, in den Wolken des Himmels, im Leib der geliebten Frau», formulierte Niemeyer seinen Grundsatz.

Er zählte zu den bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Seine Heimat Brasilien war ihm in seinem jahrzehntelangen Schaffensdrang nie groß genug. Er entwarf und baute in den USA, in Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Israel und vielen Ländern rund um die Erde. Der Mann, der nach Worten des französischen Star-Architekten Le Corbusier (1887-1965) die Berge Rios in den Augen trug, wurde am 15. Dezember 1907 als eines von sechs Kindern eines deutschstämmigen Kaufmanns in der Stadt am Zuckerhut geboren.

Nach dem Architektur-Studium begann durch die Zusammenarbeit mit seinen Vorbildern Lucio Costa und Le Corbusier der Aufstieg. Nachdem er 1943 mit dem alten Gesundheitsministerium in Rio internationales Renommee erlangt hatte, war er 1947 prägend am Entwurf des UN-Gebäudes am New Yorker East River beteiligt. Dann folgte Ende der 50er Jahre die Hauptstadt Brasília, die er gemeinsam mit Lucio Costa schuf. Der Durchbruch war da.

In Deutschland baute er ein Wohnhaus für das Hansaviertel in Berlin (1957). Während der Militärdiktatur (1964-1985) wurde Niemeyer in Brasilien verfolgt und mit einem Arbeitsverbot belegt. Er blieb der Architektur zeitlebens treu, genauso wie seiner politischen Überzeugung. Bis zum Schluss war er Kommunist. Mit Kubas Revolutionsführer Fidel Castro pflegte er eine lange Freundschaft und Castro soll bei einer Gelegenheit mal gesagt haben, er und Niemeyer seien vermutlich die letzten Kommunisten auf der Erde.

«Niemeyer hasste den Kapitalismus und den rechten Winkel. Gegen den Kapitalismus konnte er nicht viel ausrichten. Aber über den rechten Winkel, den Unterdrücker des Raumes, triumphierte seine freie, sinnliche und wolkenleichte Architektur», schrieb der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano zu den Lebenshauptthemen des Brasilianers, der auch den Sitz der Kommunistischen Partei Frankreichs in Paris entwarf.

Der Betrachter kommt sich vor den Niemeyer'schen Werken stets klein vor. Ob es das futuristische Kongressgebäude in der «Reißbrett- Hauptstadt» Brasília ist, die geschwungene Freitreppe im Außenministerium oder ob es die schlangenförmigen Aufgänge im Innern des «Pavillon Ciccillo Matarazzo» in São Paulos Ibirapuera-Park sind - immer stellt sich neben dem Staunen auch Ehrfurcht ein. Die Konfrontation mit Niemeyer-Bauten ist immer auch eine Begegnung mit völlig ungewohnten, unerwarteten Formen.

Für sein Schaffen wurde der Brasilianer 1988 mit Pritzker-Preis ausgezeichnet, dem renommiertesten Preis der Architektur-Welt. Als «Centenario», als Hundertjähriger, beschrieb er seine Sicht auf die Architektur einmal so: «Gute Architektur, die, die ich bevorzuge, ist immer Architektur, die sich unterscheidet, die sich nicht wiederholt und die die Rolle eines Kunstwerkes annimmt. Für mich müssen Kunstwerke überraschen.»

Ein Video zu Oscar Niemeyer
 

TEILEN UND BEWERTEN

Diesen Artikel auf Ihrer Website einbinden

Das Einbinden eines Artikels erfolgt über eine Verlinkung aus Ihrer Website heraus hin zum Main-Netz. Unser spezielles Modul generiert dabei automatisch einen HTML-Quellcode, dessen optische Darstellung Sie individuell an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Diesen Quellcode können Sie einfach markieren und in Ihre Website kopieren.
Diesen Artikel einbinden

Mehr zu diesem Artikel
Kommentare
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet
und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!

Benutzername  
Passwort  
     
Zu diesem Artikel sind keine Kommentare vorhanden.
 
 
 
 
Die Jugendsport-Seite
Volleyball Gänsehautgefühl beim Basketball
Die Marktheidenfelderin Franziska Riedmann hat mit der deutschen U18 bei der B-EM gespielt. Wir stellen sie auf der Jugendsportseite vor.
Hier geht's zur Jugendsport-Seite


tk-steinwerk-hirte-20140612
 

 

TELEFON- UND BRANCHENBUCH
Was suchen Sie?


Wo suchen Sie?



da-20140717-preissler
 

VERANSTALTUNGSKALENDER
September 2014
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930     
       

SUCHE IM RESSORT


 


Mit Online-Werbung zum Erfolg!
Inserieren auch Sie im Main-Netz.
Zahlen - Daten - Fakten