Samstag, 25.05.2013
 
Login | Neu hier?
 
 
  
 
hinzufügen Merkliste (0 Objekte)
 
Punkte
Text vergrößern
Text verkleinern
Artikel drucken
Artikel weiterempfehlen
Artikel kommentieren
+
Bookmark
Del.icio.us
Digg
Facebook
Google Bookmarks
Mister Wong
Webnews
Yigg
11.12.2011 14:30 Uhr 0 Kommentare

»Spiel des Jahres«-Autor Kramer: Spielend durchs Eheleben

Ehefrau ist schärfte Kritikerin  Nirgendwo sonst auf der Welt wird so viel gespielt wie in Deutschland. Einer der erfolgreichsten Autoren lebt in Stuttgart: Wolfgang Kramer hat bereits fünf Mal das Spiel des Jahres erfunden – Ehefrau Ursula ist seine schärfste Kritikerin.
Spieleerfinder Wolfgang Kramer
Der Spieleerfinder Wolfgang Kramer (l) spielt am Mittwoch (07.12.2011) in seiner Wohnung in Stuttgart mit seiner Frau Ursula den Prototypen des Spieles "Artus". Wolfgang Kramer ist einer der erfolgreichsten deutschen Spieleerfinder. Seine Erfindungen wurden bereits fünfmal zum Spiel des Jahres gekürt. In den vergangenen 37 Jahren hat der studierte Informatiker mehr als 200 Spiele veröffentlicht, rund 10 Millionen Exemplare davon wurden verkauft. Foto: Manuel Daubenberger dpa Manuel Daubenberger
Verschmitzt schaut Wolfgang Kramer seine Ehefrau Ursula an. Er hat seine Ritterfigur gerade besonders geschickt an König Artus Tafelrunde platziert. Seit sie sich kennen, dreht sich das Leben des Ehepaares Kramer um Spiele. Als Wolfgang Kramer vor 37 Jahren sein erstes Spiel veröffentlichte, tippte seine Frau Ursula die Spielanleitung im Büro ab – in der Mittagspause, oder wenn der Chef gerade nicht da war. Mittlerweile hat der studierte Informatiker mehr als 200 Spiele veröffentlicht, rund 10 Millionen Exemplare davon wurden verkauft.

Der Durchbruch gelang 1986, als sein Spiel »Heimlich & Co.« mit dem Kritikerpreis »Spiel des Jahres« ausgezeichnet wurde. Mit »Auf Achse«, »El Grande«, »Tikal« und »Torres« folgten vier weitere Spiele des Jahres – mehr als bei jedem anderen Autor. Zunächst begann Kramer hobbymäßig damit, Spiele zu erfinden, weil er beim Informatikstudium so viel Freizeit hatte. Nach den ersten beiden »Spielen des Jahres« gab er 1989 seine Stelle bei Bosch auf, um sein Hobby zum Beruf zu machen – als erster deutscher Spieleautor.

Damals habe er sich für das Risiko entschieden, sagt er. Das rät der 69-Jährige aber nicht jedem, die finanzielle Seite des Berufs sei kritisch: »Ein Spieleautor ist verpflichtet, erfolgreich zu sein. Er muss viele und vor allem gute Spiele machen.« Wolfgang Kramer schätzt, dass in Deutschland nur rund zehn Autoren von ihrer Arbeit leben können. Das Schöne am Beruf sei der gleitende Übergang zwischen Beruf und Freizeit: »Wenn ich bei Freunden spiele, dann ist das auch schon Arbeit.«

Seit Jahrzehnten testet zunächst seine Frau die Spiele. »Es ist mir schon unangenehm, wenn ich ihn kritisieren muss«, meint die 72-Jährige. Ihre Ehe habe das bisher aber nicht negativ beeinflusst. Wenn seine Frau die Regeln nicht kapiert, denkt sich Wolfgang Kramer: »Warum versteht die das jetzt nicht?« Doch das sei dann meistens ein Zeichen, dass er noch einmal etwas am Spiel verändern müsse. Wenn die Tester dagegen schon ihren Zug machen wollen, obwohl sie noch gar nicht dran sind, dann weiß er, dass ein Spiel funktioniert.

Zum Testen kommen Freunde und Verwandte in die Stuttgarter Spielewerkstatt des Erfinders. Die Regale im Büro sind voller Spiele, und dann habe er auch noch ein Archiv, erzählt Wolfgang Kramer.

Das Geheimnis, was ein Spiel zum »Spiel des Jahres« macht, kennt der 69-jährige Erfolgs-Autor noch nicht, dafür hat er aber einige Faustregeln parat: »Es muss einen hohen Spielreiz haben und für viele Menschen spielbar sein.« Die Anforderungen an Spiele wandelten sich im Laufe der Zeit: »Schach könnte nicht Spiel des Jahres werden, das ist viel zu anspruchsvoll.« »Monopoly« dagegen habe sehr viele Fehler, aber einen hohen Spielreiz.

Ideen für Spiele sammelt Wolfgang Kramer im Alltag: »Ich gehe mit offenen Sinnen durchs Leben, und dadurch kommen dann die Anregungen.« Oft seien es aber die Enttäuschungen, die zu Erfolgen führen. Bei der Arbeit am Spiel »Die versunkene Stadt« suchte er mit seinem Co-Autor nach einem Mechanismus, um die Stadt immer wieder auf und untergehen zu lassen. Die verzweifelte Suche danach führte zu den Ideen für »Tikal« und »Torres« – beides Spiele des Jahres. »Die versunkene Stadt« war nach dem Erscheinen dagegen schnell wieder aus dem Handel verschwunden. Manuel Daubenberger, dpa


Diesen Artikel auf Ihrer Website einbinden

Das Einbinden eines Artikels erfolgt über eine Verlinkung aus Ihrer Website heraus hin zum Main-Netz. Unser spezielles Modul generiert dabei automatisch einen HTML-Quellcode, dessen optische Darstellung Sie individuell an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Diesen Quellcode können Sie einfach markieren und in Ihre Website kopieren.
Diesen Artikel einbinden

Mehr zu diesem Artikel
Kommentare
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet
und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!

Benutzername  
Passwort  
     
Zu diesem Artikel sind keine Kommentare vorhanden.
 
 
 
 
Die Jugendsport-Seite
Schmitt macht mitSchmitt macht mit beim Judo
Beim Training in Elsenfeld hat unser Sportredakteur versucht, im Judo gegen Lukas Ühlein zu bestehen.

Hier geht's zur Jugendsport-Seite



da-20130525-kalkan
 

 

TELEFON- UND BRANCHENBUCH
Was suchen Sie?


Wo suchen Sie?



da-20130525-wohnstudio
 

VERANSTALTUNGSKALENDER
Mai 2013
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
       

SUCHE IM RESSORT