Um das zu verstehen, habe ich gemerkt, muss man noch weiter in die Geschichte zurückgehen. Nämlich ins Jahr 1945. Wer von euch weiß, was damals passiert ist? Ganz genau! Damals war der Zweite Weltkrieg vorbei. Den Krieg hatte Deutschland verloren, und die Gewinner haben das ganze Land und die Hauptstadt Berlin unter sich aufgeteilt. Einen Teil haben die Amerikaner bekommen, einen Teil die Franzosen, einen die Briten und einen die Sowjetunion. Die bekamen den Osten Deutschlands.
Nun war es aber so, dass die Sowjetunion und die anderen drei Sieger sich überhaupt nicht mochten. Und zwar so wenig, dass jeder stärker sein wollte als der andere - und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Das nannte man den »Kalten Krieg«. Ich habe mir erklären lassen, dass »kalt« bedeutet, dass es ständig Streit gibt, aber nicht mit Waffen gekämpft wird. Um klar zu machen, dass sie mit den drei anderen Siegern nicht zusammen arbeiten wollen, hat die Sowjetunion schon bald nach dem Krieg 1945 quer durch Deutschland eine Grenze gezogen und einen eigenen Staat gegründet: die DDR. Die Leute aus der DDR durften nicht einfach hin- und herfahren, sondern brauchten eine Genehmigung. Sie durften auch nicht in jedes Land fahren, in das sie wollten. Stellt euch mal vor, ihr dürftet nicht in den Urlaub nach Italien, Dänemark oder Spanien, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel euch das verbietet!
Viele Leute fanden das Leben in der DDR nicht schön. Deshalb sind sie heimlich geflohen, was sehr, sehr gefährlich war. Das wiederum fanden die Politiker der DDR absolut nicht gut. Als es ihnen zu bunt wurde, haben sie - na, was? - eine Mauer durch Berlin gebaut. Eine Grenze durch Deutschland gab es ja schon. Und das war eben 1961.
Und wie gelang es dann, dass sie wieder geöffnet wurde? Zum einen haben sich die Politiker in Ost- und Westdeutschland doch langsam angefreundet. Und zum anderen haben die Menschen in der DDR dazu beigetragen. Sie haben immer wieder demonstriert zum Beispiel jeden Montag in Leipzig. Sie haben Rechte gefordert, zum Beispiel, dass sie überall hinreisen dürfen, wohin sie wollen. Fußballstar Michael Ballack war bei den Treffen dabei. Er war damals 13 Jahre alt. »Meine Eltern haben mich zu den Montagsdemonstrationen immer mitgenommen. Da hat man diese Atmosphäre gespürt, dass die Leute eine Veränderung wollten«, erzählt er. Die Politiker der DDR haben dann beschlossen, dass die Leute mehr Rechte bekommen. Und plötzlich ging alles ganz schnell: Am 9. November hat die DDR erlaubt, dass alle Grenzen offen sind. EDas nennen die Leute »die Mauer ist gefallen«.in Jahr später hat die DDR aufgehört zu existieren. Seitdem gibt es nur noch ein Deutschland.
Und wie war das für die Leute aus der DDR? »Der Mauerfall hat sich für mich angefühlt wie der Eintritt ins Schlaraffenland«, erinnert sich Yvonne Catterfeld. Die Sängerin war damals neun Jahre alt und hat zum ersten Mal in ihrem Leben Schokolade mit Erdbeerfüllung gegessen. So etwas hat es nämlich in der DDR nicht gegeben.
Ganz schön kompliziert, oder? Jedenfalls sind die Leute heute noch froh, dass die Mauer weg ist. Und deshalb feiern sie am Montag ganz groß.






































