Exakt 14 Minuten und 40 Sekunden nach Arile, der in der Endphase des Rennens dank eines großen Vorsprungs sogar Zeit hatte, einen Schuh neu zu binden, kam als erster Europäer Sebastiano Ilardi ins Ziel. Der 52-Jährige vom RV Viktoria Wombach war zum wiederholten Male in Würzburg am Start, kam mit den schwierigen Bedingungen offenbar gut zurecht und ließ zahlreiche jüngere Athleten hinter sich.
Wer nicht nach spätestens eineinhalb Stunden im Ziel war, musste unter bis zu 28 Grad Celsius im Schatten leiden. "Die Temperaturen haben mir höllisch zu schaffen gemacht", sagte Landrat Thomas Schiebel (Main-Spessart-Kreis). Der passionierte Dauerläufer ("Sport ist mir wichtig, deshalb nehme ich mir die Zeit dafür") benötigte für die 21 Kilometer knapp zwei Stunden und sieben Minuten.
Auch Läufer vom schwarzen Kontinent können bei hohen Temperaturen nicht ihre Bestleistung bringen. Das spürte vor allem der 23-jährige Kenianer Joel Kiptoo. Er benötigte für die 42,195 Kilometer in Würzburg über zwölf Minuten mehr als noch im Oktober beim Köln-Marathon. In Köln belegte er mit 2:22:39 Stunden Rang zehn, in Würzburg genügten seine 2:35:03 Stunden für den zweiten Platz hinter Michael Tluvay aus Tansania. Der 32-Jährige nahm seinem Konkurrenten auf der zweiten Streckenhälfte volle zehn Minuten ab und siegte in 2:24:14 Stunden. Seine Landsfrau Peris Poywo war im Frauen-Marathon konkurrenzlos und nach ihrem Start-Ziel-Sieg mit 2:54:42 Stunden rundum glücklich und zufrieden.
Vorjahressiegerin Carolin Meyer aus Würzburg landete auf Rang zwei, den dritten Platz belegte zum zweiten Mal in Folge Sabine Pullins aus Walsdorf (Mittelfranken). Zwar schaffte Pullins auf dem welligen und anspruchsvollen Würzburger Kurs nicht die angestrebte persönliche Bestzeit, zufrieden mit ihrem Lauf war sie trotzdem: "Würzburg ist wunderschön, und der Zieleinlauf hier ist wirklich einsame Spitze. Wenn man ein flache und schnelle Strecke will, muss man nach Regensburg." Dort fanden gestern zeitgleich mit dem Würzburg-Marathon die bayerischen Marathon-Meisterschaften statt, so dass in Würzburg keine Spitzenläufer aus Bayern und Unterfranken am Start waren.
Insgesamt waren bei allen Wettbewerben mehr als 3 700 Teilnehmer dabei. Den Marathon beendeten 902 Athleten, im Halbmarathon kamen 2 064 Frauen und Männer ins Ziel. Wegen der hohen Temperaturen hatten auch die Rettungsdienste viel zu tun. Eine Stunde vor Zielschluss hatte Einsatzleiter Uwe Kinstle bereits mehr als 80 Einsätze auf der Strecke zu vermelden, darunter auch zwei Herzinfarkte. (Patrick Wötzel)




































