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22.06.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Mit Stein und Hammer auf Weitenjagd

Rasenkraftsport: Christoph und Alexander Gleixner von der DJK Aschaffenburg gehören beim Nachwuchs zu den Besten

Rasenkraftsport  Kawumm! Manchmal liegen die Bilder im Kopf mit einem Schlag in Trümmern - und man schaut drein wie ein Comic-Römer, auf den gerade ein Hinkelstein gestürzt ist. Jemand, der Hammer schleudert, Gewichte wirft und Steine stößt, muss doch ein Muskel-Riese sein. Weit gefehlt! Wie Obelixe sehen die Brüder Christoph und Alexander Gleixner ganz und gar nicht aus.

Nur keinen Drehwurm kriegen: Christoph Gleixner beim Hammerwerfen. Die anspruchsvolle Disziplin erfordert eine gute Technik und Konzentration. Fotos: Victoria Schilde
Und doch zählen die quirligen Jungs von der DJK Aschaffenburg zu den besten Rasenkraftsportlern im Land.
Sechs bayerische Meistertitel
Mitte Mai holten die beiden jeweils drei Titel bei den bayerischen Meisterschaften. Neben dem Dreikampf und dem Steinstoßen in seiner Leistungsklasse (Schüler B bis 50 Kilogramm) gewann der 13-jährige Alexander mit persönlicher Bestleistung von 8,72 Metern sogar das Steinstoßen bei den älteren Schülern A. Am vergangenen Wochenende kehrte Familie Gleixner mit einem Dreifach-Sieg von den unterfränkischen Meisterschaften im Hammerwurf, der als Einzeldisziplin zur Leichtathletik gehört, zurück. Komplett machte das Triple Vater Martin.
Der Trainer-Papa erfüllt schon eher das Bild vom Muskel-Riesen. Was auch daran liegen mag, dass es bei den Männern, anders als im Nachwuchsbereich, keine Gewichtsklassen mehr gibt. Wichtiger als die reine Kraft sind jedoch die richtigen Bewegungsabläufe, erklärt er: »Je besser die Technik, desto gesünder der Sport und desto weniger Verletzungen.«
Auch beim Steinstoßen gilt es, die Geschwindigkeit aus dem Anlauf durch saubere Bewegungen in Weite umzusetzen. Dass der kurze Sprint nicht umsonst ist, darauf achtet Ludwig Gleixner. Er ist nicht nur der Onkel von Christoph und Alexander, sondern auch der Abteilungsleiter der DJK-Rasenkraftsportler.
Als Trainer betreut er auch die Nachwuchswerfer der Leichtathletik-Sparte des Vereins. »Niemand kommt direkt zum Rasenkraftsport«, sagt er und hofft auf Quereinsteiger. Sein Motto lautet ohnehin: »Keine zu frühe Spezialisierung auf eine Disziplin.«
Dem stimmt sein Bruder Martin zu und sagt über seine beiden Söhne: »In dem Alter muss man alles machen.« Beim TSV Mainaschaff sind Christoph und Alexander als Leichtathleten aktiv, bei der SG spielen sie Fußball. Das kann schon mal in Stress ausarten, wie Mutter Sandra lachend bestätigt.
Im Sportdrang kaum zu stoppen
Besonders Alexander ist in seinem Bewegungsdrang kaum zu stoppen: mittags mit der Fußballschulmannschaft bei den nordbayerischen Meisterschaften, nachmittags Hammerwurf-Training und abends unbedingt noch zum Kicken im Verein. Da schüttelt selbst der sportbegeisterte Papa den Kopf. Immerhin finde Alexander noch »Zeit, viele Bücher zu lesen«.
Christoph ist laut Vater Martin »eher der Genießer«. Ein Ziel hat der 11-Jährige aber im Sinn: Er will die Rekorde seines älteren Bruders knacken.

Thorsten Schmitt

 
 
 
 
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