Betrugsvorwurf gegen Smajlovic Im Gegensatz zu ARD-Sportmoderator Waldemar Hartmann, der nicht spielt, sondern in seinem WM-Club »nur drüber red'«, wird Elvir Smajlovic heute spielen, aber nicht reden. Der Torhüter von Hessenligist Bayern Alzenau, der unter dem Verdacht steht, in der vorigen Saison fünf Spiele manipuliert zu haben (wir berichteten gestern), läuft zum Saisonauftakt gegen Schwalmstadt (15 Uhr, Städtisches Stadion) heute wie gewohnt auf.
»Es bringt nichts, ihn jetzt zu verstecken«, sagt Alois Sambeth, vorjähriger Manager und jetziger Verbandsbeauftragter der Bayern. Am gestrigen Freitag erklärte sich der Torwart in einem internen Gespräch seinen Mitspielern. Kenntnis von den Vorwürfen hatten seit November vorigen Jahres nur die damals Verantwortlichen des Vereins und das Trainergespann Reusing/Lutz.
»Im Zweifel für den Angeklagten«, fordert Sambeth, der von »Gerüchten« spricht, auch für Smajlovic, der eine schwere Phase durchmache. Nach wie vor immer unklar ist, was seitens der Staatsanwaltschaft, die noch ermittelt, auf Smajlovic zukommen wird. »In Kürze«, so die Bochumer Behörde in einer Pressemitteilung vom 13. Juli, sei mit ersten (Teil-)Anklageerhebungen zu rechnen.
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Hintergrund: Smajlovics Leistungen in den verdächtigen Spielen
In 33 der 34 Saisonspielen lief Elvir Smajlovic in der vorigen Saison für Bayern Alzenau in der Regionalliga Süd als Torhüter auf. Davon verlor der Absteiger 24 Partien, darunter auch die fünf manipulationsverdächtigen.
Die Sportredaktion hat aus dem Archiv unsere jeweiligen Spielberichte herausgesucht und auf Kritiken zur Leistung des Torhüters ausgewertet.
Bayern Alzenau - SC Freiburg II 0:1: Smajlovic war beim Gegentreffer von Scipon Bektasi (32. Minute) schuldlos. Bei einer Rückgabe kurz vor der Pause bugsierte der Torwart eine Rückgabe beinahe ins eigene Tor.
Hessen Kassel - Bayern Alzenau 1:0: Smajlovic war beim Gegentreffer zehn Minuten vor Schluss machtlos. Bei der besten Saisonleistung der Bayern hatte Smajlovic zuvor zweimal überragend gegen Thorsten Bauer pariert.
Bayern Alzenau - VfR Aalen 0:3: Die ersten beiden Tore fielen durch Foulelfmeter, den zweiten hatte Smajlovic selbst verursacht. Beim 0:3 war er schuldlos.
Bayern Alzenau - Stuttgarter Kickers 1:3: Smajlovic war bei allen Gegentreffern schuldlos.
SV Wehen/Wiesbaden - Bayern Alzenau 1:0: Das 1:0 durch Stroh-Engel (47.) war für Smajlovic »unhaltbar«.
Zwei Wochen nach diesem Spiel wurde der Manipulationsskandal öffentlich. (stei)