»Wir blicken zuversichtlich nach vorne. Alles wird sehr gut.« Inzwischen geht er sogar so weit, dass er den Insolvenzantrag als »den richtigen Schritt in eine geordnete Zukunft« nennt.
Tagung von Freunden und Gönnern
Ende Januar, so verspricht Schuch, will der Verein nicht nur Zahlen offenlegen, sondern gleich auch einen Dreijahresplan für die weitere Entwicklung des Vereins präsentieren. Bis dahin hat zum zweiten Mal eine Runde von Freunden und Gönnern getagt, die den notleidenden Verein mit Geldern vor der Pleite retten und weiterhin unterstützen wollen.
Zusammen mit den Personaleinsparungen wird es dem Insolvenzverwalter Nikolaus Ackermann dadurch möglich, den Spielbetrieb weiterzuführen. Sogar das scheinbar unmögliche, ein Verbleib in der Oberliga, könnte wieder eine realistische Option sein. Der Verein sucht in Gesprächen mit dem Verband einen Weg, der den Gang in die Verbandsliga ersparen würde.
Personelle Änderungen
Die Zukunft des Vereins sieht wieder besser aus. Ob das auch für den Präsidenten gilt, bleibt derzeit offen. Mit überraschenden Alleingängen (Regionalligarückzug, Insolvenzanmeldung) hat Schuch im Umfeld für Unmut gesorgt. Auch die Runden zur finanziellen Rettung wurden maßgeblich von Kreisen außerhalb der derzeitigen Führung initiiert. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass es zu personellen Änderungen kommen wird.
Das bestätigt Schuch, der sagt: »Es wird zu neuen Lösungen kommen.« Es liegt auf der Hand, dass sich die Geldgeber ein breiter aufgestelltes Präsidium wünschen. Klar scheint, dass nach einer Rettung die sportliche Heimat der Viktoria in den nächsten Jahren nur die Oberliga sein kann. Aufstiegsabenteuer am Schönbusch sind dann tabu. Der Jugendarbeit muss wieder mehr Gewicht eingeräumt werden.
Für Trainer Marco Roth bleibt ab 6. März, wenn die Viktoria mit dem Auswärtsspiel in Marburg den Spielbetrieb wieder aufnimmt, die Aufgabe, mit einer personell gerupften Mannschaft den sportlichen Klassenerhalt sicherzustellen. Derzeit liegt die Viktoria mit 40 Punkten auf Platz vier. Aus der Oberliga steigen am Ende der Saison vier Teams direkt ab, der Fünftletzte muss in die Relegation. Auf diesen Relegationsplatz haben die Aschaffenburger derzeit 19 Punkte Vorsprung.
Fünf Stammkräfte verloren
Verlassen haben den Verein in der Winterpause die fünf Stammspieler Sven Schmitt (FSV Fernwald), Patrick Barnes (Eintracht Wetzlar), Nico Müller, Mario Cuc und Alexander Nazarov (alle noch ohne neuen Verein). Bei Markus Gaubatz glaubt Roth, dass sein Abwehrchef und Co-Trainer weiter am Schönbusch aktiv sein wird. »Die Tendenz sieht danach aus.«
Ein Fragezeichen steht hinter Krisztian Szollar. Der will bleiben, erhofft sich dabei Hilfe bei der Jobsuche. Halten will die Viktoria auch Mike Reinhardt, der hinter Philippe Mundine zum Torhüter Nummer zwei aufsteigen würde. Roth: »Ansonsten gehen wir davon aus, dass alle Spieler bei uns bleiben.« Allerdings sind bis zum 31. Januar noch Wechsel möglich.
Auf Ersatz für die Abgänge kann Roth kaum hoffen, wenn er am 2. Februar erstmals nach der Winterpause wieder zum Training bittet. Der 19-jährige Mittelfeldspieler Florian Scholz, früher in der Jugend am Schönbusch, ist nach drei Jahren beim 1. FC Nürnberg zurückgekehrt und in der Rückrunde spielberechtigt.
Reservespieler rücken auf
Gerne hätte Roth Steffen Bachmann vom TSV Heimbuchenthal verpflichtet. »Ein interessanter Mann, den sich bei uns ohne großen Druck in der Oberliga probieren könnte«, so Roth. In der Kreisliga hat er im Herbst 20 der 36 Tore des TSV erzielt. Weil Bachmann aber Ablöse gekostet hätte, musste die Viktoria verzichten. Mittlerweile hat er seinen Wechsel nach Seligenstadt verkündet. Somit müssen Spieler aus der zweiten Reihe und der Reserve-Mannschaft die Lücken füllen.
Klaus Gast






































