Die Spieler wissen instinktiv, wo sich der Nebenmann befindet. Handzeichen erleichtern zwar die Kommunikation, dennoch gibt es auch einen verbalen Austausch. "Ich habe in der Anfangsphase ein wenig gebraucht, um mich zurecht zu finden. Es ist ab und an schwer, zu kommunizieren. Ein Herbeizitieren eines Spielers ist nicht immer möglich, und man muss viel mit Gesten arbeiten. Aber die Spieler gehen trotz der Anspannung auf dich ein und verstehen oft, was du meinst", so Schiedsrichter Maurice Koch nach der Partie.
Schwierige Entscheidungen
Schwer war es für ihn, in der ein oder anderen Spielsituation zu entscheiden, ob die Essener Spieler wirklich den Pfiff und die Fahne nicht mitbekommen hatten oder auf Zeit spielten. In der 120. Minute wollten die Düsseldorfer vor dem anstehenden Elfmeterschießen noch einmal wechseln. "Ich habe vor dem Spiel den sportlichen Leitern beider Mannschaften ausrichten lassen, dass ich bei einem Eckball nicht mehr einwechseln lasse. Das ist in der Bezirksliga so üblich", verrät der Unparteiische. Als er dann doch direkt nach dem Eckball die Partie abpfiff, war der Düsseldorfer Trainer außer sich und beschimpfte lautstark den Schiedsrichterassistenten. Im Vorfeld des Elfmeterschießens kam es zur Rudelbildung, bei der zwei Spieler heftig aneinander gerieten. Von ihren Mannschaftskameraden wurden sie aber rechtzeitig zur Vernunft gebracht.Eine großartige Erfahrung
"Das ein oder andere Mal habe ich ein Auge zugedrückt. Aber es war eine großartige Erfahrung für mich", lautete das Fazit von Maurice Koch. "Für uns als Verein war es große Ehre, dass wir das Spiel hier ausrichten durften. In dem Zusammenhang darf ich auch einmal sagen, dass bei uns Hörende immer gerne willkommen sind, vielleicht ja schon bei unserem brasilianischen Abend am 11. Juli", lauteten die Abschlussworte von Dolmetscherin Claudia Kraus. (Carsten Maier)Stichwort: Gehörlosen-Verein (GV) Aschaffenburg
"Der Verein in Aschaffenburg wurde 1936 gegründet , und im vergangenen Jahr haben wir ein neues Vereinsheim bekommen. Das war auch ganz wichtig für uns", schildert Claudia Kraus, deren Eltern gehörlos sind.Mitglied Patrick Göhler baute das Vereinsheim und vermietet das Gebäude kostenlos an den Verein. Der GV Aschaffenburg zählt 140 Mitglieder , die vor allem in Skat und Rommee gegeneinander antreten sich bei vielen Kulturveranstaltungen engagieren. "Was in Aschaffenburg noch fehlt, ist eine Fußballabteilung. Vielleicht können wir mit der Vergabe des Endspiels das Interesse wecken.", ergänzt Jens Becker, technischer Leiter des DGSV, Abteilung Fußball.





































