Entsprechende Auswirkungen wird die neue Einteilung auch auf die beiden Bezirksligen haben, die aufgestockt werden. Ob sie ihre Bezeichnungen als Bezirksliga 1 und 2 beibehalten oder in Ost und West umbenannt werden, will Bezirksspielleiter Dieter Carl (Mömbris) von den Vereinen in einer Fragebogenaktion entscheiden lassen. Durch die Ligareform seien eine Änderung der gesamten Satzung, Spielordnung, Finanzordnung, Rechts- und Verfahrensordnung zum 1. Juli 2012 notwendig, umriss Dieter Carl die Auswirkungen, die in den kommenden Monaten bewältigt werden müssten. Alle Änderungen sollten für alle nachvollziehbar im Internet unter www.bfv.de neu veröffentlicht werden, versprach er. Doch bevor es soweit ist und die neue, reformierte Saison beginnen kann, wirft bereits jetzt die aktuelle Spielzeit einige Probleme auf.
Am Abend vor dem »Vatertag«
So müssen nach der gültigen Spielordnung die beiden letzten Spieltage jeweils an einem Tag ausgetragen werden. »Vorgezogene Spieltage gibt es nicht«. Da wegen der Relegationsspiele der Meister der Bezirksoberliga am 19. Mai bis 19 Uhr feststehen muss, wird der letzte Spieltag der BOL vom 20. auf den 19. Mai vorgezogen. Wegen des Feiertags »Christi Himmelfahrt« (Vatertag) rückt der vorletzte Spieltag auf den 16. Mai vor. Der Start in die neue Saison wird in Unterfranken allgemein am Wochenende 4./5. August sein.
Voraussichtlich wird es aber hier zu einer Abweichung kommen müssen: Nachdem die Viktoria aus Aschaffenburg zum Bayerischen Fußball-Verband zurückgekehrt ist, wird auch die zweite Mannschaft der Viktoria in die Bezirksliga eingegliedert werden müssen, so Dieter Carl. »Nachdem wir ja in der nächsten Saison in den beiden Spielklassen mit jeweils 18 Mannschaften geplant haben, wird in jedem Fall eine Bezirksliga mit 19 Mannschaften spielen müssen.« Das heißt, diese Bezirksliga hat in der Saison 2012/2013 dann 38 Spieltage. Das bedeutet vier Spieltage mehr als die andere Bezirksliga. So werden Überlegungen angestellt, in dieser Liga dann bereits am Wochenende 28./29. Juli 2012 mit dem ersten Spieltag zu beginnen.
Erst im Verein beraten
Die von Carl gewünschte Entscheidung in der Versammlung lehnten die Vereinsvertreter ab, weil sie die Situation erst mit den Verantwortlichen und den Trainern beraten wollen. Per Fragebogen sollen sie ihre Auffassung zum Saisonstart nun bis Ende Februar an den Bezirksspielleiter melden.
Für eine rege Diskussion unter den Vereinsvertretern gesorgt hat eine Regelung des Bezirksspielausschusses, nach der ein Spiel wegen »höherer Gewalt« verlegt werden kann, wenn mindestens acht Spieler kurzfristig erkrankt oder verletzt sind. Demnach muss die höher spielende Mannschaft mit Spielern aus einer vorhandenen niedrigeren Elf aufgefüllt werden. Dann wird deren Partie ab- und neu angesetzt. Hier befürchteten einige Vereine eine Wettbewerbsverzerrung, besonders dann, wenn es zum Saisonende um den Auf- oder Abstieg geht und ein Team mit seiner »zweiten Garnitur« antreten muss. »Dies ist nur eine zusätzliche Möglichkeit für den Fall, dass der Gegner nicht mit einer Spielverlegung einverstanden ist«, so Dieter Carl. Auch er gab der rechtzeitigen Verständigung mit der gegnerischen Mannschaft den Vorzug.
Lätzchen statt Binden
Obwohl es laut Carl zuletzt keine Probleme gegeben hat, wies der Bezirksspielleiter auf die Aufgaben des Ordnungsdienstes und hier besonders auf die des Leiters des Ordnungsdienstes hin. »In der Landesliga sind die Anforderungen höher«, versprach er. So muss der Ordnungsdienst nach dem Spielende das Schiedsrichtergespann am Mittelkreis abholen und sicher in die Kabine geleiten - »auch wenn nichts vorgefallen ist«. Auch empfahl, er die Ordner statt der fast unscheinbar wirkenden Armbinde mit entsprechenden Lätzchen mit Aufschrift auszustatten. Für manche Vereinsvertreter überraschend war der Hinweis, dass Gastvereine für ihre Fans haften, weil auch diese Vereine bei entsprechenden Verstößen für ihre mitgereisten Anhänger in der Vereinshaftung stehen.
Ab der kommenden Spielzeit sind alle Landesverbände an das System DFB-Net angeschlossen. Damit rückt auch die Einführung des elektronischen Spielberichtsbogens in greifbare Nähe. »In der Spielzeit 2012/2013 wird er im Bezirk Unterfranken noch nicht eingeführt«, bestätigte Dieter Carl. Eine Einführung in der darauf folgenden hielt er allerdings für möglich. Zusätzliche Kosten entstehen den Vereinen nicht, bestätigte er auf Nachfrage. Rechtzeitig sollen die Vereine in entsprechenden Veranstaltungen zuvor geschult werden.
Schulungen im März
Ein Mehr an Miteinander will der Bezirksspielleiter praktizieren. Ob bei so genannten »Runden Tischen« oder bei der Umsetzung der Aktion »Pro Amateurfußball«. Mitarbeiter der Vereine sollen in Theorie und Verwaltung unterstützt und geschult werden. In einer nächsten Säule steht der Bereich »Pass- und Spielrecht« auf dem Programm. Die nächsten Termine in Unterfranken: 16. März in Straßbessenbach (Kreis Aschaffenburg), 19. März in Hausen/ Rohrbach (Kreis Würzburg) und 30. März in Wegfurt/Rhön.
Herbert Hausmann






































