
Der Meister aus Röllbach: (hintere Reihe von links) Björn Erhart, Lukas Dosch, Florian Grimm, Alexander Grimm, Fabian Wolf, Johannes Schwaab, Nicolai Weis, Thorsten Schnall, Nico Heckmann, (mittlere Reihe von links) Hartmut Löser (Co-Trainer 2. Mannschaft), Reinhold Zimlich (Vorsitzender), Karl-Heinz Speth (Betreuer), Dieter Schwing (Abteilungsleiter Fußball), Jochen Schell (Betreuer), Marco Wolf, Florian Häffner, Alexander Heider, Matthias Gerhard, Jessie Allen, David Buhleier, Nazim Sagdic, Marco Borst (Betreuer und Torwart-Trainer), Marc Steenken (Trainer), Arno Hofmann (Co-Trainer 1. Mannschaft), (vordere Reihe von links) Martin Fries (medizinischer Betreuer), Steffen Rohmann, Florian Ruhland, Fabian Wolz, Sebastian Kehl, Erich Giesbrecht, Christian Wolz, Marcel Ackermann, Mehmet Sagdic, (ganz vorne), die Maskottchen Gerald und Michael. Auf dem Bild fehlen: Wolfgang Becker (Trainer 2. Mannschaft), Nicolas Godin (Physiotherapeut), Karsten Kehl, Maximilian Schreck, Patrick Petta, Johannes Reinhard, Michel Weis, Sebastian Wolz, Andre Breitenbach, Samir Amhaz. Foto: Jörg Albert
»Ziele klar definiert«
Mit der Zielsetzung »vorne mitspielen« waren die TuS-Kicker in die Saison gestartet, nach zwei dritten Plätzen und einer Vizemeisterschaft in den drei vorangegangenen Spielzeiten wollten Steenken und Co. erneut in der Spitzengruppe der Bezirksliga mitmischen. »Wir haben uns vor der Runde mit der gesamten Mannschaft zusammen gesetzt und haben unsere Ziele klar definiert«, so Steenken. Von Seiten der Spieler wurden Leitlinien ausgearbeitet, die von allen Beteiligten unterschrieben wurden.
Ein wichtiger Punkt - die weitere Vertiefung der Kameradschaft. »Was da in diesem Jahr in der Mannschaft abgegangen ist, das war schon außergewöhnlich«, schildert Hofmann den Zusammenhalt innerhalb des TuS. Mit speziellen Maßnahmen, wie dem Besuch eines Kletterparks, der Organisation eines Triathlons und weiteren gesellschaftlichen Aktivitäten rückten die Röllbacher Kicker noch ein Stück näher zusammen.
Doch auch die taktische Weiterentwicklung stand auf dem Programm. Nachdem Trainer Steenken schon vor zwei Jahren die Viererkette in Röllbach eingeführt hatte, sollte diese perfektioniert werden. »Es hat einfach eine zeitlang gedauert. Doch in dieser Runde hatte ich den Eindruck, dass alle Spieler unser taktisches Konzept absolut verinnerlicht haben«, schildert der Ingenieur die Lernbereitschaft seiner Fußballer.
Und der Erfolg stellte sich schnell ein. Mit sechs Siegen und zwei Unentschieden aus den ersten acht Spielen setzte sich der TuS gemeinsam mit dem TSV Rottendorf an der Tabellenspitze fest. Dieser Zweikampf setzte sich bis zur Mitte der zweiten Saisonhälfte fort, als Rottendorf einen Einbruch erlitt und die Spielvereinigung Hösbach-Bahnhof der hartnäckigste Konkurrent im Meisterschaftskampf wurde. »Am Anfang waren wir uns sicher, dass der Weg zur Meisterschaft nur über Rottendorf führt. Doch Hösbach-Bahnhof mit einem überragenden Patrick Schneider war im Endeffekt der lachende Dritte«, schildert Arno Hofmann seine Einschätzung der beiden Verfolger. Doch im Endspurt ließ sich der TuS nicht mehr aus der Bahn werfen und fuhr mit einem klaren Vorsprung von fünf Punkten auf die Spielvereinigung Hösbach-Bahnhof die Meisterschaft ein.
»Im Kollektiv gewonnen«
»Im Gegensatz zu den Vorjahren mussten wir uns in diesem Jahr nicht nur auf unsere Einzelkönner verlassen, sondern haben die Begegnungen vor allem im Kollektiv gewonnen«, erläutert Steenken einen der Gründe für den Erfolg. Und die Zahlen geben dem Erfolgscoach Recht. Während Marco Wolf und die beiden Grimm-Brüder Alexander und Florian in der Saison 2008/2009 gemeinsam noch 64 Treffer erzielten, verteilten sich die Tore dieses Mal auf wesentlich mehr Schultern. Insgesamt acht Akteure erzielten mindestens vier oder mehr Treffer.
»Positionen doppelt besetzt«
Ein weiterer Vorteil in dieser Saison: »Wir hatten fast alle Positionen doppelt besetzt. Sobald ein Spieler nicht zur Verfügung stand, konnten wir die Lücke gleichwertig schließen. In der Vorrunde mussten wir teilweise sogar ohne etatmäßigen Stürmer antreten und haben trotzdem gewonnen«, schwärmt Steenken von der Flexibilität seiner Mannschaft. Ein Lob sprach der 44-jährige seinen Youngsters aus: »Mit Fabian Wolz und Nicolai Weis haben zwei Junioren-Spieler den Sprung in die Bezirksliga-Elf gepackt. Aber auch die Spieler, die in den beiden letzten Jahren aus dem Junioren-Bereich aufgerückt sind, haben sich enorm weiter entwickelt.«
Apropos Talentschmiede. Mit Daniel Koch wird zur Saison 2012/2013 eine weitere Nachwuchshoffnung in den Bezirksliga-Kader des TuS aufrücken. Zudem ergänzt Neuzugang Rene Jordan (vom SV Großwallstadt) das Torwart-Duo Erich Giesbrecht und Sebastian Kehl. Im Röllbacher Sturm wird künftig Jessie Allen (von der SG Weiskirchen/Oberursel) wirbeln. Der 25-Jährige absolvierte bereits ein Probetraining bei der Frankfurter Eintracht und erhielt eine Einladung zur U19-Nationalmannschaft der USA. Aufgrund von Knieverletzungen konnte Allen höherklassige Ambitionen jedoch nicht verwirklichen. Außerdem kehrt Maximilian Schreck von einem Auslandssemester in Schweden zurück und steht wieder voll zur Verfügung.
Verkraften müssen die Röllbacher dagegen die Abgänge von Keeper Karsten Kehl und Torjäger Marco Wolf, die beide ihre Karriere beenden werden. »Beide haben sich Riesenverdienste um die Mannschaft und den Verein erworben«, so Steenken.
Dass die kommende Saison in der neuen Bezirksliga West kein Zuckerschlecken wird, ist auch Arno Hofmann bewusst: »Die Klasse ist eine leicht abgeschwächte Bezirksoberliga. Also ein ganz anderes Kaliber als in dieser Runde.« Trotzdem wollen die Röllbacher wieder »unter die ersten Fünf«. Ein weiterer Platz in den Geschichtsbüchern wäre sicher noch frei. Jörg Albert
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