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22.02.2013 14:16 Uhr 0 Kommentare

Die Geschichte der »Frankfurter Rundschau« seit 1945

Ein Rückblick in die Vergangenheit Seit den letzten Verhandlungen steht fest, dass das Angebot vom türkischen Verlerger Akbay von den Gläubigern abgelehnt wurde. Nun bleibt der »Frankfurter Rundschau« nur noch das Angebot der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, bei dem lediglich 28 der 450 betroffenen Mitarbeiter übernommen werden und die Druckerei geschlossen wird. Eine Chronologie der Zeitung lässt auf Höhen und Tiefen zurückblicken.


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FR-Gläubiger lehnen Angebot aus der Türkei ab
FR-Gläubiger lehnen Angebot aus der Türkei ab
FR-Gläubiger lehnen Angebot aus der Türkei ab

Bilderserie: Boris Roessler/dpa

Die »Frankfurter Rundschau« (FR) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und war seitdem eine markante linksliberale Stimme auf dem Medienmarkt. Vor gut zehn Jahren geriet sie in die Krise. Jetzt haben die Gläubiger entschieden – die Druckerei muss schließen, weite Teile des Verlags stehen ebenfalls vor dem Aus.

August 1945: Die »FR« erscheint zum ersten Mal.

April 1946: Karl Gerold (SPD) steigt bei der Zeitung ein. Er schärft ihr linkes Profil. Von 1954 bis zu seinem Tod 1973 leitet Gerold die Zeitung als Verleger, Herausgeber und Chefredakteur.

1973: Die Karl-Gerold-Stiftung wird gegründet. Sie wird alleinige Eigentümerin des Druck- und Verlagshauses Frankfurt, in dem die »FR« erscheint.

2001: Die »FR« hat eine Auflage von 190 000, gerät aber in die Krise.

März 2002: Der Verlag mit seinen rund 1500 Beschäftigten kündigt drastische Einsparungen an.

April 2003: Hessen übernimmt eine Bürgschaft für die »FR«.

Mai 2004: Die SPD-Medienholding ddvg übernimmt 90 Prozent der Anteile am Druck- und Verlagshaus Frankfurt.

2006: Das Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg MDS (»Kölner Stadt-Anzeiger«) übernimmt von der ddvg die Mehrheit an der »FR«. Die ddvg bleibt mit 40 Prozent Miteigentümerin.

2007: MDS modernisiert die »FR« und stellt sie aufs Tabloid-Format um. Die Auflage stabilisiert sich vorübergehend bei 150 000.

2011: Wegen andauernder Verluste wird der Mantelteil der »FR« in Berlin von der MDS-Redaktionsgemeinschaft produziert, um Kosten zu senken. Zu MDS gehört inzwischen unter anderem auch die »Berliner Zeitung«, mit der die »FR« zeitweise eine gemeinsame Chefredaktion hatte.

Oktober 2012: MDS prüft, ob die »FR« zumindest in Norddeutschland von einer Papier- auf eine Digitalzeitung umgestellt werden kann.

November 2012: Wegen andauernder Verluste stellt der Verlag der »FR« einen Insolvenzantrag. Die Auflage lag zuletzt bei 118 000, von der Insolvenz sind mehr als 450 Mitarbeiter betroffen.

10. Januar 2013: Die »FR« verliert den größten Auftrag für ihre Druckerei. Das Medienhaus Axel Springer (»Bild«, »Die Welt«) kündigte zum Jahresende 2012.

28. Januar 2013: Die »FR«-Gläubiger entscheiden über die Zukunft von Zeitung und Druckerei.

30. Januar 2013: Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Frank Schmitt haben zwei potenzielle Investoren Interesse an Teilen des Unternehmens bekundet. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (FAZ) will die »FR« zwar fortführen. Mehr als 400 Mitarbeiter, darunter die komplette Druckerei, würden aber dann ihre Stellen verlieren. Zweiter Interessent ist der türkische Verleger Burak Akbay. Die Beschäftigten reagieren auf einer Mitarbeiterversammlung mit Wut und großem Frust. Die Gespräche laufen – das Unternehmen wird über den 1. Februar hinaus fortgeführt.

18. Februar 2013: Verleger Akbay lässt seine Absichtserklärung ein Angebot folgen. Er will die »FR« als überregionale Zeitung mit einem eigenen Druckhaus fortführen, mehr als 100 Mitarbeiter könnten übernommen werden.

22. Februar 2013: Die Gläubiger lehnen das Angebot aus Istanbul ab. Es sei zu niedrig und nicht tragfähig. Da die »FAZ« die Druckerei nicht übernehmen will, muss sie geschlossen werden. Über eine Übernahme entscheidet nun das Bundeskartellamt. dpa


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