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25.02.2012 18:53 Uhr 0 Kommentare

Großeinsatz – Tribüneneinsturz mit 300 Verletzte

Lebensretter proben in Frankfurt Ernstfall 
Sie schreien und stöhnen, manche sind völlig still und können sich nicht mehr rühren. »Hilfe! Ich brauche Hilfe!«, ruft ein Mann, der neben der Tribüne liegt. Großeinsatz in einer Frankfurt Sporthalle: Eine Tribüne mit 300 Zuschauern ist eingestürzt, es gibt viele Schwerverletzte. Obwohl es nur ein Test ist, müssen die Rettungskräfte schnell sein – wie im Ernstfall.
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Katastrophen-Übung
Katastrophen-Übung
Katastrophen-Übung

Bilderserie, "Lebensretter proben in Frankfurt Ernstfall", dpa

Völlig regungslos, ein junges Mädchen, eingeklemmt zwischen dicken Holzbalken, an Armen und Beinen klaffen tiefe Schnittwunden. Alles soll echt aussehen bei der Notfallübung in der Frankfurter Fraport Arena. Das Szenario: Mit einem lauten Knall ist eine Tribüne der großen Halle mit rund 300 Zuschauern eingestürzt. Zahllose Verletzte müssen versorgt werden, das weckt Erinnerungen an das Loveparade-Unglück in Duisburg. Jetzt muss es schnell gehen.

Doch anfangs sind nur drei Sanitäter vor Ort, die bei dem Basketballspiel für die Notversorgung zuständig sind. Sie untersuchen die Statisten notdürftig auf Verletzungen, aber sie brauchen dringend Verstärkung.

Nach wenigen Minuten sind die ersten Feuerwehrmänner da. Jetzt ist es wichtig, die besonders schwer Verletzten zu identifizieren und so schnell wie möglich ins Krankenhaus zu bringen. Karten, die den Statisten um den Hals hängen, zeigen die jeweiligen Symptome an. Nach kurzen Diagnosen werden sie in drei Kategorien eingeordnet: Grün für leichte Verletzungen, Gelb für schwere und Rot für lebensbedrohliche Verletzungen.

Nach 38 Minuten hat jeder ein rotes, gelbes oder grünes Bändchen mit einem elektronischen Chip, der die Symptome speichert und direkt an die 14 der 16 Frankfurter Krankenhäuser überträgt, die bei der Übung mitmachen. »Der Patient kommt in das Krankenhaus, das für ihn die beste medizinische Versorgung zu bieten hat«, sagt Sven Dunkel, Brandamtmann der Feuerwehr. Das ist das Ziel der Übung: Zentral sollen die Daten der Verletzten erfasst werden. Die Krankenhäuser ihrerseits übermitteln – ebenfalls elektronisch – wie viele freie Betten sie haben und welche Patienten sie aufnehmen können.

Über zwei der vier Großbildschirme in der Halle flimmern grüne und rote Balken – sie zeigen, wie viele Verletzte bereits erfasst wurden. Auf einem anderen Monitor ist zu sehen, in welchem Krankenhaus wie viele Betten frei sind. Nach 38 Minuten ist jeder Verletzte erfasst. Mit dem System von Telefon und Zettel, wie es derzeit noch verwendet wird, hätte es mehr als eine Stunde gedauert, sagt Professor Leo Latasch, Projektleiter der Übung. Insgesamt sind rund 1000 Mitarbeiter von Feuerwehr, Polizei und Hilfsdiensten mit 250 Rettungswagen im Einsatz.

Das Konzept mit den Chips wurde bereits bei einer Großübung im Oktober 2010 am Frankfurter Flughafen getestet. Diesmal lag jedoch der Fokus darauf, die Kommunikation mit den Krankenhäusern zu verbessern. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit rund 4,2 Millionen Euro.

Ein Mann taumelt noch orientierungslos durch die Halle. »Hallo! Ich brauche Hilfe! Wieso hilft mir denn keiner?« ruft er. Ein Feuerwehrmann nimmt ihn am Arm und deutet auf die Sitzplätze am Spielfeldrand: »Schauen Sie mal, bleiben Sie ruhig, und setzen Sie sich dahin.« Dem Mann fehlt nichts – erst müssen die wirklich Schwerverletzten versorgt werden. Nach rund einer Stunde sind die meisten Verletzten am Sammelpunkt in der Mitte der Sporthalle oder bereits auf dem Weg ins Krankenhaus, die Helfer befreien die letzten der unter Balken eingeklemmten Opfer mit einer Säge.

Projektleiter Latasch zeigt sich am Ende der Übung zufrieden. Und sieht aber auch noch Steigerungspotenzial: »Das geht im Ernstfall noch schneller.«

Justin Pietsch, dpa


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