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14.09.2010 18:14 Uhr 0 Kommentare

Porno-Bilder mit Babys, »die nicht mal ein Jahr alt sind«

Einer der größten Kinderporno-Prozesse 
Scheußliche Einzelheiten kommen im Darmstädter Kinderpornoprozess, einem der größten seiner Art, zur Sprache. Offen reden Angeklagte über ihr Tun. Einer von ihnen bat nun sein Opfer um Verzeihung.
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Im Darmstädter Kinderporno-Prozess hat ein Angeklagter ein junges Opfer um Entschuldigung gebeten. Der 57-jährige Hesse gab am Dienstag vor dem Landgericht zu, die heute 19-Jährige als Kind missbraucht zu haben. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob er pädophil sei, antwortete der Mann aus dem südhessischen Wald-Michelbach mit »einem klaren Ja«. Die junge Frau ist Nebenklägerin in dem Prozess, der als einer der größten dieser Art in Deutschland gilt. Nach der Aussage des Angeklagten wurde die Verhandlung wegen eines Befangenheitsantrags gegen eine Schöffin unterbrochen. Der Prozess soll am Mittwochmorgen fortgesetzt werden.

Die neun Angeklagten im Alter zwischen zwischen 30 und 58 Jahren sollen vor allem zwischen 2006 und 2009 mehr als 100.000 Sexdateien aus dem Internet heruntergeladen haben. Dabei soll es es auch um den Missbrauch von Säuglingen gegangen sein.

Er habe schon immer »Freude im Umgang mit Kindern« gehabt, beschrieb der 57-Jährige seine pädophile Neigung. »Das Sexuelle ist im Laufe der Jahre dazu gekommen«, sagte der Angeklagte, dem auch mehrfacher Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird.

Auf die Frage, welche Altersgruppen er denn bei seinen Aktivitäten im Internet bevorzugt habe, antwortete er: »Mädchen und Jungen zwischen neun und 13 Jahren.« Nach eigenen Angaben suchte der Mann wegen seiner Pädophilie eine Therapie auf: »Ich musste lernen, nein zu sagen.« Frauen und Kinder hätten ihn »immer leicht um den Finger wickeln können.«

Der Mann, der in den 1970er Jahren für eine katholische Einrichtung gearbeitet hat, interessierte sich nach seinen Worten mehr für pornografische Geschichten als für Bilder und Filme. Diese teils 20 Seiten langen Geschichten seien »mehr romantisch« gewesen. Rund ein bis zwei Stunden täglich habe er deswegen vor dem Computer verbracht.

Zuvor sagte ein weiterer Angeklagter vor Gericht aus, seit der Trennung von seiner Ehefrau 1996 keinen sexuellen Kontakt zu erwachsenen Frauen gehabt zu haben. Bei den aus dem Internet heruntergeladenen Bilder habe er »Mädchen von 0 bis zwölf« bevorzugt, sagte der Vater von zwei Söhnen. Er sei »ganz klar pädophil«, räumte er ein. Der Mann war in der Vergangenheit bei verschiedenen Pfadfindergruppen tätig und organisierte Kindergeburtstage im Zoo seiner sächsischen Heimat. Das Verlangen, ein Kind zu missbrauchen, habe er jedoch nie gehabt, betonte er auf Nachfrage des Richters: »Ich konnte ein Mädchen nicht mal trösten, wenn es geweint hat, da war eine innere Blockade.«

Ein dritter Angeklagter gab nach eigener Schätzung an, in zehn Jahren rund eine Million Dateien »wahllos« und mit einem automatisierten Verfahren aus dem Internet gesaugt zu haben. Neben Musikdateien waren auf den zehn Computern des Mannes auch harte kinderpornografische Bilder gefunden worden. Darunter waren Bilder von Kindern, »die nicht mal ein Jahr alt sind«, wie Richter Jens Aßling beim Vorlegen einiger Bilder kommentierte. Der Angeklagte meinte dazu, er habe viele der Bilder nicht genauer betrachtet. Er habe eine Art »Sammelwut« entwickelt. »Wenn man so viel herunterlädt, ist eben alles dabei.« dpa


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