Opfer soll ein Mitglied der Bürgerinitiative »Grätsche gegen Rechtsaußen« sein. Es wird wegen Körperverletzung ermittelt, wie die Polizei berichtete. Der Vorfall ereignete sich demnach in der Nacht zum 9. Mai. Nachbarn hätten sich über Lärm im Haus des Anhängers der rechten Szene beklagt und die Beamten alarmiert.
Der Film zeigt, wie ein Mann plötzlich von mehreren Personen überwältigt wird. Er hatte laut Polizei offenbar die Kamera am Haus seines rechts gesinnten Nachbarn manipulieren wollen. Im Hintergrund parkt ein Streifenwagen. Die Personen auf dem Video sind wegen der Dunkelheit schlecht zu erkennen. Eingeblendet werden in dem Film hämische Kommentare in Sprechblasen – unter anderem über das Opfer.
Der Polizeisprecher sagte, ein Beamter sei eingeschritten, ein zweiter habe sich abseits im Innenhof des Gebäudes aufgehalten und von dem Tumult nichts mitbekommen. Ein Praktikant habe direkt neben dem Geschehen gestanden, aber keine Eingriffsbefugnisse besessen.
Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Olivia Bickerle, kritisierte auf Anfrage, die Beamten seien mit der Situation überfordert gewesen. Das sei allerdings verständlich gewesen, weil der Streit sehr schnell eskaliert sei. Sie forderte, dass die Polizei die Belange der Initiative ernster nehme: »Wir wünschen uns eine intensivere Beobachtung der Situation und dass mehr Einsatzkräfte vor Ort sind, wenn so etwas passiert.«
Bickerle zufolge wurde die Bürgerinitiative im vergangenen Dezember gegründet, als ein Nachbar nach einem seit längerem schwelenden Streit attackiert worden sei. Seitdem arbeite die Initiative eng mit der Gemeinde und einer speziellen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus zusammen, um die Situation zu verbessern. Das Ordnungsamt in Echzell will gegen die Kamera am Haus des Szenemitglieds nun vorgehen.
Nach Angaben des Landesamts für Verfassungsschutz seien bei dem Vorfall beteiligte Personen vereinzelt im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Aktivitäten bekannt. Der Fall in Echzell stelle sich derzeit aber eher als privat motiviert dar. dpa























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