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26.04.2010 16:06 Uhr 0 Kommentare

Vom Fahnenmast in den Gerichts-Saal

Prozess gegen Genmais-Gegnerin Weil sie im Juni vor zwei Jahren ein Feld mit gentechnisch verändertem Mais in Unterfranken zerstört hat, musste sich am Montag die Gentechnik-Gegnerin und Umweltaktivistin Cecile Lecomte vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Zuvor hatte sie sich vor dem Gebäude neben einem Banner mit der Aufschrift "Kriminell ist die Gentechnik" an einen Fahnenmast aufhängen lassen.
Artistischer Protest gegen Gentechnik
Die Umweltaktivistin Cecile Lecomte (l) hängt am Montag (26.04.2010) vor dem Landgericht Würzburg (Unterfranken) neben einem Banner mit der Aufschrift "Kriminell ist die Gentechnik" an einem Fahnenmast. Die 28-Jährige muss sich wegen Sachbeschädigung in einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Sie hatte in Kitzingen im Jahre 2008 eine sogenannte "Feldbefreiung" durchgeführt und dabei die Ernte vernichtet. Seit vergangenem Donnerstag besetzen Aktivisten ein Feld in Düllstadt (Landkreis Kitzingen), um die Aussaat von Genmais zu verhindern. Foto: David Ebener dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa
Die 28-Jährige aus Lübeck äußerte sich in dem Berufungsverfahren allerdings nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Vielmehr erklärte sie dem Gericht, warum die Forschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefährlich sei.

Die Frau war im vergangenen Juli vom Amtsgericht Kitzingen wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie mit Gleichgesinnten das Genmais-Feld im Landkreis Kitzingen zerstört haben soll. Etwa 60 Gentechnik-Gegner hatten Ende Juni 2008 die Pflanzen niedergetrampelt oder rausgerissen.

Die 28-Jährige sollte dem Urteil zufolge 45 Tagessätze zu je 15 Euro zahlen, legte gegen die Entscheidung aber Berufung ein. Auch die Anklage hatte Berufung eingelegt. Ihrer Ansicht nach sollte die Frau auch wegen Hausfriedensbruchs verurteilt werden. Der Prozess soll am 12. Mai fortgesetzt werden.

Bisher gibt es keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse über mögliche Gefahren für Gesundheit oder Umwelt durch genmanipulierte Pflanzen. In Unterfranken werden seit Jahren Gentechnik-Versuche durchgeführt – behördlich genehmigt. Die Maispflanzen sind nur für wissenschaftliche Tests bestimmt und dürfen nicht in den Handel gebracht werden. Genmais-Sorten können gegen Schädlinge resistent sein.

Bürger, Naturschützer und Politiker protestieren immer wieder gegen die Versuche. In diesem Jahr soll in Unterfranken kein gentechnisch veränderter Mais ausgesät werden. Angelika Röpcke (dpa)



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