Eigentlich sollte es eine Ausstellung über den norddeutschen Maler Hans Olde (1855 bis 1917) werden, berichtete Dr. Jörg Paczkowski nach der Einführung von Dr. Constanze Neuendorf-Müller zur Geschichte der Berliner Secession (siehe weiteren Bericht). Sein Freund Prof. Ulrich Schulte-Wülwer vom Museumsberg Flensburg habe ihm allerdings abgeraten, und so entstand stattdessen gemeinsam die Idee zu der Sonderausstellung mit Werken norddeutscher Künstler, die der Künstlervereinigung während der Präsidentschaft von Max Liebermann zwischen 1898 und 1911 angehörten.
Ergänzt werden die 16 Gemälde aus der Sammlung von Wolfgang Schuller durch annähernd 50 Leihgaben aus norddeutschen Museen sowie aus Privatbesitz.
Von Flensburg bis nach Wertheim "Die Reise des Transportunternehmens ging von Flensburg über Alkersum, wo im Museum Kunst der Westküste alleine sieben Ölgemälde von Max Liebermann abgeholt wurden, Fischerhude, Bremen, Oldenburg, Berlin und Bautzen nach Wertheim", erklärte Paczkowski.
Dass die Berliner Secession nicht auf einen Kunststil festgelegt, sondern vielmehr ein Sammelbecken für Künstler war, die dem akademischen Kunstbetrieb kritisch gegenüberstanden, wird im ersten Obergeschoss des Museums deutlich, wo im "Roten Saal" ausnahmslos Originale gezeigt werden, die in der ersten Secessions-Ausstellung von 1899 bis 1902 im eigenen Gebäude neben dem Theater des Westens hingen.
Der Saal im Erdgeschoss des Schlösschens wird beherrscht von zwei Großformaten von Adelsteen Normann und Fritz Overbeck sowie Bildern von Walter Leistikow, der von der Gründung der Secession bis zu seinem Tod 1908 Liebermanns Mitstreiter war. Zwei Räume des Museums sind allein den Worpsweder Malern in der Berliner Secession, von Hans am Ende bis Otto Modersohn, gewidmet.
Die Vielfältigkeit der Kunstauffassungen in der Vereinigung wird zudem deutlich in den Räumen mit thematischen Darstellungen von Küste und Meer sowie von Hafenbildern. Ein Raum ist speziell dem Schaffen von Max Liebermann und Gotthardt Kuehl, ein kleinerer dem Maler Christian Rohlfs gewidmet.
"Bauernhof" von Emil Nolde Auch dem "Auslöser" der Ausstellung, Hans Olde, wird die Präsentation gerecht, und angesichts des Bildes "Rapsfeld an der Ostsee" oder der Abendstimmung kann man durchaus verstehen, weshalb ihm Paczkowski eine eigene Präsentation widmen wollte. In unmittelbarer Nachbarschaft der Olde-Werke findet sich einer der Glanzpunkte der an Höhepunkten reichen Ausstellung, nämlich der 1910 entstandene "Bauernhof" von Emil Nolde, der sicher nicht zu den Freunden Liebermanns zählte.
Die ab 1908 auftretenden Spannungen zwischen der jüngeren Generation um die Brücke-Maler Nolde und Pechstein führten sogar 1911 zum Rücktritt Liebermanns als Präsident der Berliner Secession.
Den Abschluss der über zwei Etagen des Museums reichenden Präsentation bilden nochmals drei großformatige Werke im Treppenhaus des Schlösschens von Maria Slavona, Wenzel Hablik und Ludwig Dettmann. riff Die Sonderausstellung wird heute um 11 Uhr offiziell eröffnet. Zu sehen ist sie bis 31. Oktober . Zu der Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen. (Herausgeber: Ulrich Schulte-Wülwer/Jörg Paczkowski, Boyens-Verlag).







































