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12.03.2011 00:00 Uhr 0 Kommentare

Der Gang des Grafen in die Bettlade

Geschichte: Am Sonntag jährt sich der Todestag von Ludwig III. zu Löwenstein-Wertheim zum 400. Mal - Streit ums Erbe

Wertheim  
Wenn heute die Burgruine Wertheim auf den Internetseiten der Stadt als eine der größten Steinburgen Süddeutschlands bezeichnet wird, denkt sicher keiner daran, dass am 13. März 1611 dort ein Mann gestorben ist, der die Geschicke der Grafschaft Wertheim maßgeblich bestimmt hatte.
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Herrschaftssitz: In der Wertheimer Burg starb vor 400 Jahren Ludwig III. zu Löwenstein-Wertheim. Nicht lange nach seinem Ableben wurde die Grafschaft geteilt. Foto: Roland Schönmüller
Vor 400 Jahren schloss Ludwig III., der erste Graf zu Löwenstein-Wertheim, dort für immer die Augen. Mit 82 Jahren hatte er für die damalige Zeit ein sehr hohes Alter erreicht. Dennoch kam sein Tod offenbar überraschend. In einen Schreibkalender des Jahres 1611 trug Graf Wolfgang Ernst unter dem 13. März ein: »Nota Bene. Ist mein Her Vatter selig in meines Bruder Christoffel armen urpletzlich zwischen 9 und 10 Uhren Formittag gestorben«.
Beisetzung am 15. April 1611
Die Vettern Johann Kasimir und Georg Ludwig Grafen zu Löwenstein-Scharfeneck wurden sogleich vom Tod ihres Verwandten unterrichtet. Die Beisetzung legte die Familie auf den 15. April fest. Das Grabmal für Ludwig III. und seine Frau Anna von Stolberg, die sogenannte Bettlade in der Stiftskirche, schuf der Bildhauer Michael Kern aus Forchtenberg in den Jahren 1616 bis 1618.
Sie steht an der Stelle im Chor der Stiftskirche, wo sich zuvor die Deckplatte des Grabmals von Johann I. Graf von Wertheim befunden hatte. Diese musste an die Chorwand weichen. Dahinter mag ein Hinweis stehen, dass nun die Herrschaft der Wertheimer vorbei war und die Regierung der Löwensteiner begonnen hatte. Bereits im Jahr 1599 war Ludwigs Frau Anna von Stolberg ihrem Mann an deren 33. Hochzeitstag in den Tod voraus gegangen. Sie hatte ihm elf Kinder geschenkt, von denen aber nur ein Teil das Erwachsenenalter erreichte, der Vater überlebte fünf von ihnen. Anna von Stolberg hatte auch die Grafschaft Wertheim mit in die Ehe gebracht und damit nicht unwesentlich zur Herrschaft der Löwensteiner am Zusammenfluss von Main und Tauber beigetragen, nachdem die Grafen von Wertheim im Jahr 1556 ausgestorben waren und Graf Ludwig von Stolberg dort eine Zwischenregierung geführt hatte.
Graf Ludwig III. hatte ein bewegtes Leben: Der am 13. Februar 1530 in Vaihingen an der Enz geborene Adelige wurde mit 18 Jahren am kaiserlichen Hof in Wien vorgestellt und bekam das Kommando über ein Reiterregiment mit 1000 Pferden. Er beendete den Militärdienst jedoch bald und ging nach Burgund, um sich dort der Wissenschaft zuzuwenden. Im Dienst des Kurfürsten Friedrich II. von der Pfalz fungierte er als kurpfälzischer Gesandter an verschiedenen Höfen.
Als er 1557 von seinem Herrn zum Reichstag nach Regensburg entsandt wurde, trat er in die Dienste König Ferdinands ein, unter dem er trotz seiner evangelischen Konfession erst kaiserlicher Rat und dann ab 1559 Präsident des Reichshofrats wurde. Unter Kaiser Maximilian II. besuchte er als dessen Stellvertreter mehrere Reichstage. Schließlich ernannte ihn Erzherzog Karl von Steiermark zum Gouverneur von Steiermark, Kärnten und Krain.
Der Hochzeit mit Anna von Stolberg am 3. September 1566 in Königstein waren einige Verhandlungen vorausgegangen. Ursprünglich hatte Ludwig III. deren ältere Schwester Katharina, Witwe des letzten Wertheimer Grafen, als Heiratskandidatin ins Auge gefasst. Immerhin brachte diese die Grafschaft Wertheim mit. Katharina, die nach dem Tod ihrer einzigen Tochter auch kinderlos war, wollte zu dieser Zeit nicht wieder heiraten. Die zweite Schwester Elisabeth lebte in kinderloser Ehe mit dem Grafen von Manderscheid, so dass die jüngste Schwester Anna ein ansehnliches Erbe zu erwarten hatte.
Ludwig III. machte mit ihr eine gute Partie. Dass Gräfin Katharina doch am gleichen Tag wie Ludwig und Anna den Grafen Philipp von Eberstein heiraten würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Seit 1580 nahm der inzwischen 50 Jahre alte Ludwig als erster programmatisch die Ortsbezeichnung Wertheim in seinen Namen auf und nannte sich fortan Graf zu Löwenstein-Wertheim.
Schwager als Feind
Nach dem Tod des Schwiegervaters Ludwig von Stolberg wechselten sich dessen drei Schwiegersöhne in der Regierung ab. Nachdem jedoch Graf Philipp von Eberstein im Jahr 1589 in Remlingen und Graf Dietrich von Manderscheid 1593 in Schleiden verstorben waren, wähnte sich Ludwig III. am Ziel. Die neuerliche Heirat seiner Schwägerin Elisabeth mit Wilhelm von Krichingen durchkreuzte jedoch seine Absichten. Der neue Schwager machte ihm bis zu seinem Tod 1610 in Remlingen Schwierigkeiten und mischte bei der sogenannten Würzburger Fehde kräftig mit. Zumal er katholisch war und damit zur Gegenseite gehörte.
Nach dem Tod Ludwigs III. kam es zum Streit zwischen den vier erbberechtigten Söhnen Christoph Ludwig, Ludwig IV., Wolfgang Ernst und Johann Dietrich. Noch im Jahr 1597 hatte Ludwig III. im »Statutum gentilicium« die Erbfolge festgelegt. Doch es kam anders, als von ihm geplant. Das gemeinschaftliche Erbe wurde in den Jahren 1611 und 1613 aufgeteilt.
Von den vier Söhnen hatten nur zwei lebende Nachkommen und begründeten damit die beiden noch heute existenten Linien Löwenstein-Wertheim. Die ältere ist evangelisch, wie ihre Vorväter, die andere katholisch, nachdem der jüngste der vier Brüder konvertiert war. Nur die Grafschaft Wertheim blieb in gemeinsamem Besitz und wurde mehr schlecht als recht zusammen verwaltet. Martina Heine


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