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30.07.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Erster »Bioenergie-Honig« kommt

Zwischenbilanz: CO2-Ausstoß in Hohenlohe-Odenwald-Tauber schon um 10 000 Tonnen vermindert

Main-Tauber-Kreis  In der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber GmbH (H-O-T) soll der Natur- und Artenschutz deutlich mehr Gewicht bekommen. Eine eigene Arbeitsgruppe wird sich künftig mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen und die Naturschutzaktivitäten in der Region vernetzen.

Projektleiterin Silke Schäfer mit Imker Jochen Lutz vor dem Versuchsfeld in Rosenberg: Hier soll bald der erste »Bioenergie-Honig« Deutschlands produziert werden. Foto: privat
»Uns ist es sehr wichtig, dass wir verantwortungsvoll mit den Flächen in unserer Region umgehen und den natürlichen Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten«, erklärt der Geschäftsführer der Bioenergie-Region, Sebastian Damm. Deshalb wolle man die Naturschutzverbände stärker in die energetische Weiterentwicklung der Region einbinden. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hatte die geplante Stärkung des Naturschutzes bei seiner turnusmäßigen Sitzung vor einigen Tagen in Boxberg befürwortet. In dem Gremium sitzen Vertreter der Kreistage des Hohenlohekreises, des Neckar-Odenwald-Kreises und des Main-Tauber-Kreises sowie die drei Landräte.
Chancen für die Ökologie
Ein Schwerpunk im Natur- und Artenschutz soll die Vermeidung von Monokulturen werden. »Energiepflanzen bieten eine echte Chance, die Landschaft der Zukunft ökologisch wertvoll zu gestalten«, unterstreicht der Landrat Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald). Dass die Vielfalt der Energiepflanzen auch Artenvielfalt schafft, darüber sind sich Experten einig.
Die Bioenergie-Region will sich vor allem auf die Energiegewinnung aus Wildpflanzen und die Durchwachsene Silphie, eine Energiepflanze, die den Mais ersetzen könnte, konzentrieren. Gerade bei der Durchwachsenen Silphie gibt es schon erste Erfolge bei Anbauversuchen in der Region. Darüber hinaus hat diese Energiepflanze noch einiges mehr zu bieten: sie ist auch ein Leckerbissen für Bienen. Von diesem Leckerbissen sollen künftig auch die Bienen von Imker Jochen Lutz aus Waldmühlbach etwas abbekommen. Zusammen mit seiner Frau Tabea hat er Anfang der Woche zwei Bienenvölker mit fast 100 000 Bienen neben einem Versuchsfeld mit der Durchwachsenen Silphie in Rosenberg aufgestellt. »Wenn alles klappt, gibt es in ein zwei bis drei Wochen den ersten Honig«, sagt Lutz. Für die Bioenergie-Region sei das eine Premiere, freut sich H-O-T-Projektleiterin Silke Schäfer: »Das gibt dann den ersten Bioenergie-Honig in Deutschland.«
Ziel: 30 000 Tonnen CO2 weniger
Unterdessen tickt der Anfang des Jahres gestartete CO2-Countdown der Bioenergie-Region immer schneller. Bis Mitte 2012 sollen in der Region zusätzlich 30 000 Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart werden. Alleine in den ersten sechs Monaten konnte der CO2-Ausstoß in der Region bereits um mehr als 10 000 Tonnen gesenkt werden.
Alle neuen Projekte, die mithelfen, CO2 einzusparen, werden auf der Internetseite www.bioenergie-hot.de gelistet. Eintragen werden kann dort jede private und kommunale Investition in erneuerbare Energien, von neuen Fotovoltaik-Flächen bis hin zur neuen Holzheizung. »Zugute kommt uns jetzt auch, dass der Bund Anfang Juli die Haushaltssperre beim Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien wieder aufgehoben hat«, erklärt Damm. Dadurch gebe es unter anderem wieder Zuschüsse für Heizungen mit Biomasse, Solarthermie und Wärmepumpen.
red

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