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29.07.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Nur 92,22 Euro Schulden pro Kopf

Gemeinderat Werbach: Jahresabschluss 2009 findet positives Echo - »Vorsichtig planen, dann bleibt auch etwas übrig«

Werbach  Statt einen 400 000 Euro schweren Kredit aufzunehmen, hatte die Gemeinde Werbach sich entschieden, 20 000 Euro mehr aus den Rücklagen zu entnehmen, und konnte durch weniger Ausgaben trotz geringeren Zuflusses von Finanzausgleichsmitteln jetzt dem Gemeinderat einen soliden Haushaltsabschluss für 2009 inklusive Schuldentilgung präsentieren.

Mit insgesamt 1,8 Millionen Euro Baukosten ist die Sanierung der Tauberhalle, an der vor kurzem der Außenputz aufgebracht wurde, einer der größten Ausgabeposten im Haushalt – auch im Jahr 2010. Foto: Heike Heise
»Es ist ein umfangreiches Zahlenwerk, in dem wir für 2009 noch eine ordentliche Bilanz präsentieren. Im vergleich zum Haushaltsplan haben wir fast eine Punktlandung abgeliefert. Wie die kommenden Jahre aussehen, bleibt abzuwarten«, lauteten Bürgermeister Ottmar Dürrs einführende Worte, bevor Kämmerer Bernhard Bach die Abschlussrechnung für 2009 erläuterte.
Der Verwaltungshaushalt im Jahr 2009 belief sich auf 7,06 Millionen Euro. Im laufenden Jahr werden es mindestens 400 000 Euro weniger sein. Größter Posten waren im Verwaltungshaushalt 2009 die Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb mit 1,9 Millionen Euro, zu denen auch die Wasser- und Abwassergebühren zählen. Aus Schlüsselzuweisungen flossen rund 1,26 Millionen Euro. Größter Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt sind mit 3,1 Millionen Euro Aufwandskosten für Verwaltung und Betrieb. Die Personalausgaben beliefen sich 2009 auf 1,16 Millionen Euro. Zinsen musste die Gemeinde in Höhe von 13 753 Euro zahlen.
801 000 Euro Überschuss
An den Vermögenshaushalt konnten im Jahr 2009 rund 801 000 Euro Überschuss des Verwaltungshaushalts abgeführt werden. Im Haushaltsplan waren ursprünglich nur 525 000 Euro an Zuführung geplant. Grund für die bessere Zuführungsrate sind vor allem geringere Ausgaben im Verwaltungshaushalt. Die Entwicklung der Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt spiegelt die allgemeine Krise wider: Die Rate reduziert sich kontinuierlich von 1,02 Millionen Euro im Jahr 2008 über 801 000 Euro im Jahr 2009 auf geplant 110 000 Euro für dieses Haushaltsjahr.
Der Vermögenshaushalt hat ein Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro. Neben der Zuführung wurden vor allem 1,48 Millionen Euro aus Zuweisungen und 1,08 Millionen Euro Entnahme aus den Rücklagen als Einnahmeposten verbucht. Im Vergleich zum Vorjahr musste die Gemeinde allerdings mit 250 000 Euro weniger Mitteln aus dem Finanzausgleich zurecht kommen. Nicht benötigt wurde wegen der Rücklagenentnahme von 1,08 Millionen Euro ein geplanter Kredit in Höhe von 400 000 Euro.
Auf der Ausgabenseite des Vermögenshaushaltes schlagen vor allem die Baumaßnahmen mit 3,2 Millionen Euro zu Buche, darunter die Sanierung von Rathaus und Tauberhalle, der Ausbau der Kronenkreuzung in Werbach, der erste Bauabschnitt »Untere Straße« und die Fahrbahnsanierung zwischen Brunntal und Großrinderfeld. 32 000 Euro wurden für die Tilgung von Schulden verwendet.
325 000 Euro Schulden
Damit belaufen sich die Schulden der Gemeinde auf insgesamt 325 000 Euro. Auf die 3524 Einwohner umgelegt, bedeutet dies eine Pro-Kopf-Verschuldung von 92,22 Euro. Tauberbischofsheim beispielsweise weist mit Jahresabschluss 2009 eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1170 Euro auf. »Ein bisschen vorsichtiger planen, dann bleibt am Ende noch etwas übrig«, dies sei seine Devise, bemerkte Bach zum Abschluss seiner Ausführungen.
Die Mitglieder des Gemeinderates äußerten sich durchweg positiv über die gezogene Bilanz.
»Wichtig ist doch, ob die Planung und die Vorhaben umgesetzt werden können. Und wir haben alles umgesetzt. Und bei den Investitionen hat sich der Mut der Gemeinde bezahlt gemacht«, so Albrecht Rudolf. Klaus Seidenspinner meinte: »Die Jahresrechnung zeigt aber auch, wie sehr die Gemeinde von den Finanzausgleichmitteln abhängig ist. Und deshalb müssen alle Investitionen in Zukunft wohl überlegt sein.«
Patrick Templeton merkte an, dass man mit diesem positiven Abschluss keine Begehrlichkeiten wecken sollte.

Heike Heise

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