Dabei geht es im Prinzip darum, einen Fachmann zu engagieren, der die Ehrenamtlichen vor Ort darin unterstützt, die Integration im Stadtteil zu verbessern. Denn noch sei diese nicht im wünschenswerten Ausmaß vorangeschritten, meinte Frau Gassert.
Alles begann mit der Suche nach einem tragfähigen Wegeleitsystem durch das Labyrinth der Straßenbezeichnungen und Hausnummern auf dem Wartberg. Hierzu war der Stadtteilbeirat vor anderthalb Jahren zu Anschauungszwecken in den Würzburger Stadtteil Heuchelhof gefahren, der von seiner Struktur her ähnlich wie der Wartberg aufgebaut ist. Statt mit einer Idee für ein Wegeleitsystem war das Gremium mit dem Eindruck einer dort vorgefundenen Einrichtung zurückgekehrt, nämlich einer Stelle einer Person, die die Integration vorantreibe. »Wir Ehrenamtlichen können das nicht leisten, dafür ist unsere Kraft zu Ende und auch unser Fantasie«, erläuterte Renate Gassert die Sicht des Stadtteilbeirates. »Das muss ein Mensch sein, der das studiert und gelernt hat.«
»Wartberg passt in Richtlinien«
In der Folge hätten sich 15 geladene Institutionen aus Verwaltung und sozialen Bereichen auf ihre Einladung hin getroffen, berichtete Frau Gassert. Die Stadt Wertheim stehe zwar hinter dem Projekt, wolle die Stelle aber nicht finanzieren. Umso bedauerlicher, als es aus dem Fördertopf »Soziale Stadt« weder für den Wartberg, noch für den Reinhardshof Zuschüsse gebe.
Durch Renate Gasserts Beziehungen zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) konnte im Vorfeld die mögliche Finanzierung sichergestellt werden, da sich herausstellte: Der Wartberg mit seiner Zusammensetzung von rund 2000 Migranten und 1000 Altbürgern »passt in die Richtlinien genau hinein«.
Die inzwischen verstorbene Kreisgeschäftsführerin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Renate Streng, stellte als potenzielle Arbeitgeberin den Antrag beim BAMF. So weit die Vorgeschichte des Integrationsbeauftragten.
Die angenehme Botschaft, die Renate Gassert am Montag der Öffentlichkeit mitteilen konnte, ist die Bewilligung der Stelle als Halbtagsstelle. Sie ist zunächst auf drei Jahre befristet. Die Finanzierung erfolgt über das BAMF, Arbeitgeber ist das DRK.
Das Büro könnte in dem von der Stadtentwicklungsgesellschaft ersteigerten ehemaligen Friseurgeschäft unmittelbar beim Kirchenzentrum eingerichtet werden. Hier würden sämtliche Aufgaben gebündelt, so Frau Gassert, »wir Ehrenamtlichen machen unsere Arbeit natürlich weiterhin«.
Wunschziel ist die Aufnahme der Arbeit des Beauftragten ab Oktober. Die Auswahl der Person werde von der Stadt Wertheim und dem DRK unter Beteiligung von Renate Gassert vorgenommen. Froh ist sie darüber, Oberbürgermeister Stefan Mikulicz »mit ins Boot gekriegt« zu haben. Nun wolle man erst einmal sehr klein anfangen, aber »wenn die Integration dann besser gelingt, haben wir eine ganz große Sache geschafft«, meinte Renate Gassert, und Klaus von Lindern ergänzte, vielleicht käme mit dem neuen Beauftragten nebenbei sogar noch das ursprünglich ins Auge gefasste Wegeleitsystem zustande.
Reinhardshof abwartend
An Walter Ploch, Vorsitzenden des Stadtteilbeirats Reinhardshof, gewandt, meinte Frau Gassert, man könne das Integrationsprogramm durchaus auf den benachbarten Stadtteil ausweiten. Die jungen Leute machten keinen Unterschied zwischen Reinhardshof und Wartberg. Ploch verhielt sich abwartend, zumal die Bevölkerungsstruktur auf dem Reinhardshof auch eine andere sei.
Bernd Dorbath




































