Im Zuge der Aufklärung fand demnach ein neues Naturverständnis Eingang in die Malerei, Künstler und Bildungsbürger begaben sich auf Reisen. Ziele waren laut Lehmann vor allem die antiken Stätten Italiens und Griechenlands. Da nach Auffassung der Akademien das Abmalen von Natur keine künstlerische und intellektuelle Leistung dargestellt habe, seien die Landschaftsbilder geschönt worden. Diese sogenannten heroischen Landschaften seien aus Vorzeichnungen im Atelier zu einem Idealbild der Natur komponiert worden.
Beispiele dafür finden sich in den Gemälden der Heidelberger Romantiker im Schlösschen. Künstler wie Carl Rottmann, Ernst Fries und George Augustus Wallis bereisten Italien, malten aber auch in Heidelberg und Umgebung oder entdeckten wie Carl Lessing die Eifel.
Der Referent schlug einen Bogen von der heroischen, idealistischen, naturalistischen, realistischen bis hin zur impressionistischen Landschaftsmalerei und machte deutlich, dass diese Malerei Ausdruck eines politischen und kulturellen Verständnisses war.
Landschaftsbilder entstünden nicht um ihrer selbst willen, sondern möchten laut Lehmann dem Betrachter Zeugnis geben von den Reizen und Besonderheiten einer Landschaft. Zunächst wurde demnach im späten 18. Jahrhundert und im 19. Jahrhundert Italien entdeckt. Das Licht, die Farbe und ihre geschichtlichen Zeugnisse machten diese Landschaft einmalig.
Deutschland wiederentdeckt Mitte des 19. Jahrhundert seien dann Deutschland und seine mittelalterlichen Bauten wiederentdeckt worden. Einher sei der Beginn der Reiselust und des Tourismus gegangen. 1854 wird in Karlsruhe die Akademie gegründet. Allmählich sei die Romantik überwunden worden. Ein wichtiger Vertreter der neuen Richtung sei der Direktor der Karlsruher Kunstakademie, Johann Wilhelm Schirmer, gewesen. Einer seiner Nachfolger wurde Wilhelm Trübner, der engen Kontakt zur Berliner Secession um Max Liebermann und damit zum Impressionismus hatte. Durch die Stiftung Wolfgang Schuller sind diese Berliner Künstler mit ihren Werken im Schlösschen vertreten, wie fast alle von Lehmann erwähnten Künstler aus Heidelberg und Karlsruhe.
Theodor Verhas in Wertheim Lehmann wies auf einen wichtigen Heidelberger Maler hin, der 1839 mit William Turner zusammen war und dessen Licht durchflutete Ideallandschaft von Heidelberg im Schlösschen hängt: Theodor Verhas. 1863 arbeitete dieser Künstler in Wertheim und schrieb an seine Frau: "Die Häuser sind fast alle alt und malerisch, dazu die wirklich schöne Burgruine?dies alles bietet dem Landschaftsmaler eine herrliche Ausbeute zu reizenden Bildern, weshalb ich auch jedenfalls für einige Zeit meinen Wohnsitz hier aufschlagen werde." Nach dem Vortrag besichtigten die Zuhörer die angesprochenen Bilder im Schlösschen. red




































