Die Hundebesitzerin wollte, so war bis Sonntag dem Facebookeintrag zu entnehmen, mit ihrer Mutter und einer Freundin sowie dem sechsjährigen Mops »Paul« in den Allgäu fahren. Unterweg legte man eine Pause im Wertheim Village ein und Paul wurde im »Hundehotel« einquartiert. Nach einer Stunde kehrte die Besitzerin zurück und fand ihren Hund nicht mehr atmend und in seinem eigenen Erbrochen liegend in der Box. Zurückgeführt wird dieser Zustand in den Internetausführungen auf die Tatsache, dass sich die Hitze im Zwinger gestaut und der Hund einen Hitzschlag erlitten habe. Erst nach drei Stunden sei ein Tierarzt gekommen und habe dem Hund eine Infusion gelegt. Am Ende werde alle Hundefreunde aufgerufen den Eintrag weiter zu verbreiten, damit derartige Vorgänge nicht mehr vorkommen.
Den Vorwürfen tritt das Management von Wertheim Village vehement entgegen. Die Hundebesitzerin sei bereits früher im Outletcenter gewesen und habe sich freiwillig nach Besichtigung der Hundeunterkunft entschieden, ihr Tier dort unterzubringen. Zudem habe sie die Einwilligungserklärung unterschrieben in der klar geregelt ist, dass FOC-Betreiber Value Retail keine Haftung für Verletzungen des Hundes übernimmt, die sich das Tier während seines Aufenthalts zuziehe. Am gleichen Tag seien elf weitere Vierbeiner in den vier Boxen, die sich auf dem Gelände befinden, untergebracht gewesen, ohne dass etwas passiert sei, ist in der Stellungnahme des Unternehmens weiter zu lesen.
Tierarzt ausgerufen
Als nach der Rückkehr der Besitzerin festgestellt wurde, dass es dem Mops nicht gut geht, sei umgehend der Notfalltierarzt gerufen worden und man habe zusätzlich nach einem Tierarzt im Center ausgerufen. Dieser sei bereits nach zehn Minuten eingetroffen und habe Erste Hilfe geleistet. »Als dann der Village-Tierarzt aus Würzburg eintraf, hat dieser die Versorgung übernommen und dann das Village mit dem Hund und der Besitzerfamilie verlassen«, steht in der Presseerklärung. Am Montag, 30. April, sei Wertheim Village von der Besitzerin informiert worden, dass der Hund verstorben ist. Über die näheren Umstände lägen auch einen Monat später keine Informationen vor und der Tierarzt sei zudem aufgefordert worden, keine weiteren Angaben zu machen.
Wertheim Village seien keine medizinischen Gegebenheiten - auch nicht zur Vorgeschichte des Hundes - bekannt. »Nach eigener dokumentierter Aussage der Besitzerin ging es dem Hund bereits am Morgen nicht gut«, schreibt das Centermanagement. Zudem habe die Fahrt bis Wertheim bereits zwei Stunden gedauert und das am »nachweislich heißesten Tag des Jahres«. Bedauerlich findet es das Unternehmen, dass die Hundebesitzerin den Weg der Publikation ihrer persönlichen Darstellung über Netzwerke gewählt habe, als sie sich zeitgleich noch in der sachlichen Klärung des Vorfalls befunden habe.
Inzwischen hat die Frau den Ursprungseintrag offensichtlich gelöscht und darauf hingewiesen, dass sie dem Outletcenter dadurch nicht schaden wollte und nicht zum Boykott aufgerufen habe. Dem Vernehmen nach prüft die Hundebesitzerin derzeit allerdings rechtliche Schritte gegen Wertheim Village einzuleiten. riff
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