Die Bilder der Wolfgang-Schuller-Stiftung bilden mit Gemälden aus der Sammlung von Dr. Benno Lehmann mit Werken von Malern des 19. Jahrhunderts als dem Rhein-Main-Neckar-Raum sowie Dr. Carla Müllers "Porcelaine-de-Paris"-Sammlung die Basis der Dauerausstellung im Schlösschen.
"Die Stiftung wird wieder reich beschenkt" freute sich der Vorsitzende des Förderkreises, Helmut Schöler: "Mit den sieben Zustiftungen von Wolfgang Schuller ist allein der Bestand seiner Stiftung auf 67 Bilder angewachsen." Er machte zwar keine Aussage über den Wert der neuen Bilder, verriet aber: "Die Versicherungssumme musste erheblich erhöht werden."
Ausführlich stellten Wolfgang Schuller und Museumsdirektor Dr. Jörg Paczkowski nicht nur die sieben Maler vor, sondern stellten die Werke auch in den gesellschaftlichen und künstlerischen Zusammenhang. Um die Zuspendungen gebührend zu würdigen, wurden sie in einen separaten Raum gehängt, und zudem wurde die gesamte Dauerausstellung des Museums neu geordnet, so dass jetzt alle Werke der Stiftung Wolfgang Schuller zu sehen sind.
Unterschiedlich wie die gesamte Künstlervereinigung Berliner Secession präsentieren sich die sieben neuen Bilder. "Die so grundverschiedenen Künstler einte die Tatsache, dass sie in Kaiser Wilhelm II. einen gemeinsamen Feind hatten", erläuterte Paczkowski. Den so verschiedenen Künstlern der Secession ging es danach nicht um pompöse Selbstdarstellung, sondern um die künstlerische Freiheit. Entsprechend liberal gestaltete sich das Programm, das festlegte: "Die Vereinigung soll frei sein im Sinne von Toleranz gegenüber den Richtungen ihrer Mitglieder", zitierte Schuller aus den Statuten. Immer wieder standen die Darstellung von Licht, Farbe und die Raumabstraktion im Mittelpunkt ihrer Arbeiten, wie Paczkowski an den Beispielen verdeutlichte. "Die Farbe wird zum Träger des Motivs", habe es Otto Modersohn ausgedrückt.
Die Berliner Secession stellte nicht nur Gemälde aus, wie Schuller anhand zweier Künstler verdeutlichte, von denen er Werke in seine Stiftung eingebracht hat. Da ist zum ersten Heinrich Zille (1858?1929). Einer der besten Zeichner der neueren deutschen Kunst. Von ihm stammt die humorvolle Zeichnung eines Berliner Paares, das vor einer Litfaßsäule seine Urlaubsentscheidung trifft. "Ins Thal der Franken lasst uns fahren", beschließen sie. "Und jetzt ist auch das Bild ins Frankenland gekommen", freute sich Schuller.
Der zweite ist Hans Meid (1883?1957), der erst 1910 zur Berliner Secession stieß. Von ihm stammt das Bild "Parkteich", das 1905 während seiner Studienzeit in Karlsruhe entstand und das einzig erhaltene Landschaftsbild des Künstlers darstellt. Mit dem Gemälde "Brücke", das eine Brücke über die Ilm bei Weimar zeigt, von Christian Rohlfs (1849?1938) wird dem bereits in der Stiftung vorhandenen Pastell "Wiesenlandschaft in Holstein" ein weiteres Landschaftsbild aus der impressionistischen Phase des bedeutenden deutschen Malers hinzugefügt.
Von Wilhelm Trübner (1851?1917) stammt die aquarellierte Zeichnung "Blick auf Rothenburg aus dem Taubergrund", die die Sammlung ergänzt. Trübner gehörte zu den führenden Köpfen der Secession. Eugen Spiro (1874?1972) gehört zu den Künstlern aus der zweiten Reihe der Secession, deren beste Werke sich allerdings kaum von denen der berühmten Malerkollegen unterschieden, wie Schuller feststellte. Von ihm stammt das Stillleben "Weinflasche und Buch", das der Kunstsammler seiner Stiftung zufügte. Vorwiegend Landschaften in pastösem Farbauftrag in leicht impressionistischem Stil malte Waldemar Rösler (1882?1916), von dem jetzt die "Wiesenlandschaft" die Sammlung im Schlösschen ziert.
Mit "Mopp" signierte Max Oppenheimer (1885?1954) seine Werke. Von ihm stammt ein Stillleben in der Ausstellung, das wie eine Collage wirkt. Dieser international anerkannte Künstler verkörpere das Ideal der jüngeren Malergeneration der Berliner Secession, stellte Schuller fest. Peter Riffenach






































