
Gegen den Widerstand der Maschine: Kieser Training nimmt für sich in Anspruch, Rückenbeschwerden fast immer beheben zu können. In Klingenberg-Trennfurt bekennen sich über 1000 Menschen zu dem Konzept des Unternehmens. Auf unserem Bild lässt sich die Bürgstadterin Traudl Kunz von Dagmar Dworschak anleiten. Manfred Weiß
Trainieren an 365 Tagen im Jahr Gegenwärtig gibt es in Deutschland 120 Kieser-Betriebe. 252 340 Menschen, die Hälfte davon Frauen, bekennen sich inzwischen zu dem Konzept des Unternehmens, das als Marktführer für gesundheitsorientiertes Krafttraining gilt. Auch im Ausland ist die Aktiengesellschaft (ohne Börsennotierung) vertreten, natürlich in der Schweiz, dem Heimatland von Gründer Werner Kieser und in Österreich, aber auch in Australien, Großbritannien, Tschechien, Luxemburg und den Niederlanden. Seit Kurzem können auch die Einwohner Barcelonas an 365 Tagen im Jahr etwas für ihre Gesundheit tun.
79 Studios in Deutschland werden als Franchiseunternehmen geführt. Das heißt: Kieser stellt Betreibern die Nutzung des Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung. Ob Linz, Salzburg oder Gelsenkirchen - penibel genau wird auf ein einheitliches Erscheinungsbild geachtet. Das beginnt bei der Kleidung der Instruktoren und reicht über die in Eigenregie entwickelten Edelstahl-Duschen bis zu den exklusiv für Kieser entworfenen Trainingsmaschinen.
Lust an der Provokation Der Kieser-Boom - der 68-jährige Firmengründer will nun auch den asiatischen Markt erobern - lässt sich jedoch nicht nur von einer zielgerichteten, cleveren Marketingstrategie ableiten, sondern erklärt sich vor allem durch markante Zahlen. So hat die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren in einer Studie ermittelt, dass 70 Prozent aller Deutschen unter Rückenschmerzen leiden. Bei jeder fünften Frau und bei jedem siebten Mann halten die Beschwerden länger als drei Monate an und werden chronisch.
Diese Studienergebnisse sind Wasser auf die Mühlen von Werner Kieser, der als energischer und gern auch provokanter Querdenker selbst vor Kritik an führenden Politikern nicht zurückscheut. So bezeichnet er Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt als Opfer einer "Hirnwäsche durch die Gesundheitsindustrie". Die Begründung: Im Gesundheitswesen würden "riesige Summen verschwendet, weil die Krankenkassen zwar Schmerzmittel, Operationen, Computertomografien und teure Rehabilitationen bezahlen", nicht aber effektives und kontinuierliches Rückentraining. "Die Deutschen lassen sich ihre Rückenleiden jährlich fast 50 Milliarden Euro kosten" - eine Zahl, die sich nach Ansicht Kiesers "locker auf zehn Milliarden runterbringen" ließe. Der Schweizer, der als verletzter Boxer den Weg an die Kraftmaschine gefunden hat, will den Beweis für diese Behauptung antreten. Nach dem Motto "Kieser-Training wirkt" sollen 500 Probanden unter wissenschaftlicher Begleitung ab 18 Jahren an einer bundesweiten Studie teilnehmen. Ein halbes Jahr lang können sie kostenlos in einem der Kieser -Training-Betriebe je nach Indikation an einem präventiven oder therapeutischen Krafttraining teilnehmen. Die Ergebnisse sollen im Januar 2010 vorgelegt werden. Manfred Weiß





































