Erster Kontakt zu Asylbewerbern Angefangen hatte alles bereits 1990: Zum Georgstag sind die Pfadfinder auf eine Gruppe junger kambodschanischer Asylbewerber in Mespelbrunn aufmerksam geworden und laden diese ein. Aber bei einem Fest soll es nicht bleiben. Fortan gibt es wöchentliche Treffen, bei denen über tagesaktuelle Themen und Persönliches geredet wird. "So konnten sie besser Deutsch lernen, schließlich wollten einige hier studieren", erzählt Miltenberger.
Mit den Jahren entwickelt sich zwischen den Miltenbergers und dem Kambodschaner Bonnivoit Chan eine Freundschaft. "Wir begleiteten seine Freundin zu Behörden. Ständig bestand die Gefahr, dass sie abgeschoben wird - das war schon aufregend damals", erinnert sich die Mönchbergerin. Chan studiert unterdessen in Halle Agrarökonomie. Nach dem Abschluss 1999 kehrt er nach Kambodscha zurück und empfängt die Mönchberger in seiner Heimat, dem Dorf Kaoh Dach auf einer Insel in der Nähe der Hauptstadt Phnom Penh.
Der Kindergarten hat für mich höchste Priorität. Hermine Miltenberger, Gründungsmitglied CMC Dass aus der interkulturellen Freundschaft auch gute Teamarbeit wurde, zeigen die Erfolge von CMC: Gleich nach dem Besuch wird Spielzeug für die Kinder gekauft. Später folgt Geld, um die Erzieherinnen bezahlen und die noch leer stehenden Räume renovieren zu können. "Der Kindergarten hat für mich die höchste Priorität. Man kann nicht überall helfen, aber da, wo man hilft, sollte man zuverlässig sein", erklärt Hermine Miltenberger ihre Prinzipien. In den vergangenen sieben Jahren entstanden außerdem eine Entbindungsstation und mehrere Brunnen, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Das neue Weberei-Projekt hat sich "Hilfe zur Selbsthilfe" auf die Fahnen geschrieben. Dort werden arme Menschen, die auf dem Land leben, im Weben ausgebildet, damit sie irgendwann ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. An Einzelne wurden Kleinkredite vergeben.
Jeden Monat Bericht "Bonnivoit liefert jeden Monat einen detaillierten Bericht über sämtliche Ausgaben. Er will auf keinen Fall mit Korruption in Verbindung gebracht werden", freut sich die Mönchbergerin. Deshalb wurde CMC auch gegründet, um Anerkennung von den kambodschanischen Behörden zu erhalten und die Hilfe offiziell zu machen.
Neben dem Vietnamkrieg, der auch auf kambodschanischem Boden geführt wurde, haben die Jahre des Terrorregimes unter den Roten Khmer und Pol Pot das Land in seiner Entwicklung stark zurückgeworfen. Die intellektuelle Elite, die vornehmlich in den Städten wohnte, wurde nahezu ausgelöscht. "Es sollte eine Art Steinzeitkommunismus errichtet werden", sagt Hermine Miltenberger.
Auch die Eltern von Bonnivoit Chan fielen der Schreckensherrschaft zum Opfer. "Heute leiden viele Menschen darunter, dass die Täter immer noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurden", meint die Mönchbergerin. Die Armut werde vor allem durch die starke Kluft zwischen Arm und Reich genährt, es gebe praktisch keine Mittelschicht.
"Trotz der schlechten Arbeitsverhältnisse sind die Menschen dort sehr engagiert. Sie wollen lernen, um ihre Situation zu verbessern", fügt Walter Miltenberger hinzu. CMC hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Armut der Landbevölkerung in Kaoh Dach zu bekämpfen und die ökonomische Lage zu verbessern.
Barausschank am Marktsonntag Die nächste größere Aktion, um Spendengelder zu sammeln, veranstalten die Pfadfinder auf dem Bartholomäusmarkt in Mönchberg am Sonntag, 24. August: Neben einem großen Infostand zum Thema Kambodscha werden die Einnahmen aus dem Barausschank CMC zugute kommen.
Im November wollen sich Hermine und Walter Miltenberger selbst ein Bild vor Ort machen. Sie besuchen Bonnivoit Chan nach acht Jahren wieder in Kaoh Dach. Christina Köhler Weitere Informationen im Internet unter www.geocities.com/centermiltenbergcambodia/CMC.html oder per E-Mail unter hermine_miltenberger@yahoo.de .







































