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30.07.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Radau und Rabatz mit viel Fantasie

Grusical: Fünfte Klassen des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld geistern über die Bühne im Bürgerzentrum

Elsenfeld  Da schien selbst das Bürgerzentrum Elsenfeld zu klein, so ein Andrang herrschte beim Musical der fünften Klassen des Julius-Echter-Gymnasiums (JEG) unter der Leitung von Doris Wehle. Zum »Geisterrendezvous« trafen sich auf der Bühne und im Chor weit über 80 Kinder, deren Begeisterung schnell auf das Publikum übergriff.

Krachmaschine: Die tolle Erfindung der kleinen Hexe (rechts) gefällt zur Geisterstunde allen gruseligen Gestalten auf dem Fest der Schlossherren von Radau (links). Foto: Daniela Tiggemann
»Geisterstunde auf Schloss Eulenstein« hieß das Grusical, das unter der Mitarbeit des P-Seminars Musik/Kunst der elften Klassen auf die beeindruckend ausstaffierte Bühne gestellt wurde. Ketten rasseln, Raben krächzen, Hyänen heulen - wenn sich die Geister zur Geisterstunde treffen, dann »wackeln die Bilder an den Wänden«.
Rübezahl und Graf Dracula
Da treten neben den Hausherren Karl und Karla von Radau (Laura Hock und Sarah Lange) noch ein zotteliger Rübezahl (Maja Peer), Graf Dracula (Marc Neupert) mit seinen Vampiren, die kleine Hexe (Pauline Kowalczyk) mit Gefolge und jede Menge Gespenster auf, um dem Flaschengeist (Philipp Vorbeck) angemessen zum 1000. Geburtstag zu gratulieren.
Mit viel Fantasie waren Bühne und Kostüme ausgestattet. Neben Kunstlehrer Rudy Schmid-Vellenzer hatte die Schneiderin Sigrid Dauelsberg die Schüler des P-Seminars Musik/Kunst darin angeleitet, ihre Ideen kunstvoll und mit viel Sinn für Effekte umzusetzen. Im Mittelpunkt - auch optisch - stand die selbstgebaute »Krachmaschine«, die den ziemlich faulen Geistern helfen sollte, ihre Spukerei effektiver und schneller zu absolvieren. Genau auf diese Maschine hatte es aber der gierige Fritz Rabatz (Tim Bein) abgesehen - ein Konflikt, der das musikreiche Stück von Peter Schindler am Laufen hielt und Chor und Solisten viele peppige Songs schenkte.
Nicht nur in der sichtbaren Gestaltung waren die Schüler des P-Seminars eingesetzt. Ihre Aufgabe bei der Inszenierung bestand auch in der Organisation, Technik, Choreographie und Regie der Aufführung. Die gute Aussprache des Chors war dafür verantwortlich, dass das Publikum allen kleinen Scherzen und lustigen Einfällen bei der diesjährigen Musical-Produktion der Schule gut folgen konnte. Gerade die Solisten fielen durch ihre besonders feine Artikulation auf. Der als Erzähler auftretende Julian Giegerich meisterte seinen Text sogar so gut, dass er ganz natürlich zwischen den Szenen überleitete. »Es war spitzenmäßig« lobte der Flaschengeist seine Geburtstagsparty. Nicht nur sein Geschenk - eine riesige lebendige Burgunderflasche - kam gut an. Die vielen Talente auf und hinter der Bühne des Bürgerzentrums - im Moment noch Ausweichquartier wegen der Bauarbeiten, aber als Langzeitbühne von der Schule ersehnt - sorgten für eine spitzenmäßige Aufführung.

Daniela Tiggemann

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