Beschwingt in den Abend
Mit »The Queen Bee« eröffnete die Big Band ihre Serenade und swingte sich sowie das Publikum gemütlich auf das abwechslungsreiche Programm ein. Andi Schecher spielte bei diesem Lied sein erstes Saxofonsolo des Nachmittags und sorgte jedes Mal für Szenenapplaus. Beschwingt ging es weiter mit »The Groove Merchant«, ein Stück des New Yorkers »Vanguard Jazz Orchesters«. Dieses Orchester wurde in den 60er Jahren gegründet und steht bis heute, teilweise in Originalbesetzung, auf der Bühne. Intonationssicher spielten die Bläser piano ebenso überzeugend wie in großer Lautstärke.
Nach den eher klassischen Big Band Stücken wechselte das Repertoire jahreszeitgemäß in die wärmeren Gefilde. »Moonlight Senerade«, eigentlich auch ein typisches Big Band Stück, wurde von den Klingenberger Musikern zeitgemäß überarbeitet und in ein Latinstück verwandelt. Thorsten Schölch überzeugte bei diesem Stück mit einem gefühlvollen Saxofonsolo.
Viel Rhythmusgefühl
Doch nicht nur das Solo war ein wichtiger Part dieses Stückes. Bei lateinamerikanischer Musik liegt der besondere Augenmerk auf dem Rhythmus. Hier ist die Big Band besonders gut vertreten. Florian Nolte spielte sehr gut die Congas und wechselte sich bei den anderen Stücken mit dem Schlagzeuger Kurt Kalinowski ab.
Bei einigen Stücken ergänzten sich die beiden Musiker auch an Schlagzeug und Congas und bildeten eine hervorragende Einheit. Fritz-Alfred Nolte am Kontrabass, sein Sohn Matthias und Enkel Florian bilden mit dem Schlagzeuger und dem souveränen Gitarristen Franz Reis die generationsübergreifende Rhythmusgruppe der Big Band.
Mit warmer Altstimme
Die meisten Big Bands laden sich für einige Stücke eine Sängerin oder einen Sänger ein. Die Klingenberger Musiker können hier auf eine Musikerin aus den eigenen Reihen zurückgreifen. Melanie Wolf spielte im Wechsel mit Matthias Nolte Klavier und sang einige Stücke. Mit ihrer warmen Altstimme unterstützte sie den groovigen Charakter des Stückes »Smooth Operator«. Besonders gelungen präsentierte die Sängerin »Mr. Bojangles«, ein Jazzstandard, der durch Robbie Williams wieder ins Radioprogramm fand.
Rein instrumental ging es im Programm weiter mit dem »Pink Panther«, eine Filmmelodie, die sicher jedem bekannt ist. Majestätisch wurde es beim nächsten Stück: das spanische Stück »Malaguena« wurde monumental, mit einem grandiosen Trompeteneinsatz, aufgeführt. Ein weiteres Highlight des kurzweiligen Konzerts war »Oye Como Va«. Der Titel erlangte spätestens durch Santana Weltruhm und auch in Klingenberg konnte bei diesem Lied keiner stillsitzen. Die zahlreichen Zuschauer wippten allesamt im Takt und die Spielfreude ging direkt über.
»Wir machen halt Jazz«
Die Musiker präsentierten sich durchwegs als große Einheit und die zahlreichen überzeugenden Solisten ergänzten die gute Leistung. Manuel Mallad überzeugte an der Posaune, die Trompetensolos wurden von Klaus Gernhart und Stefan Braunwarth übernommen. Daniela Neft war am Saxofon zu hören.
Dass sich die Big Band dem Jazz verschrieben hat, erkannte man spätestens beim Rockklassiker »Smoke on the water« von Deep Purple. Dirigent Thorsten Schölch musste seine Mitmusiker nach dem Originalinterpreten fragen, er bekannte wiederum offen: »Wir machen halt Jazz!«. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Rocktitel als rhythmische Swingnummer gespielt wurde. Matthias Hemmelrath brillierte bei dem Stück mit dem Altsaxofon. Melanie Wolf glänzte hier mit ihrer Stimme.
Eingespielter Trompetenchor
Den Abschluss der Serenade bildete der Titel »Goldfinder«, Titelmelodie des erfolgreichsten James Bond-Films aller Zeiten, den die Musiker gekonnt umsetzten. Besonders die gut aufeinander eingespielten Trompeten zeugten von der hohen Qualität der Klingenberger. Das Stück konnte als Abschlusslied auf ganzer Linie überzeugen. Mit der Zugabe »Big Spender« entließen die Musiker ihre begeisterten Zuhörer.
Lisa Klein






































