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13.03.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Ampeln und lange Staus erst in zwei Jahren

Neue Brücke: Unmut im Stadtrat über knapp 400 000 Euro Kosten - Erhard Zangl informiert Gremium und 60 Zuhörer

Klingenberg  Gut 60 Zuhörer haben am Donnerstag die Chance genutzt, sich bei der Stadtratssitzung im katholischen Pfarrheim neben dem Schulbau in Trennfurt (siehe unten) auch über den bevorstehenden Neubau der Mainbrücke aus erster Hand zu informieren. Projektleiter Erhard Zangl vom Staatlichen Bauamt Aschaffenburg stellte das 11,3 Millionen teure Bauvorhaben des Freistaats im Detail vor.

Noch Planskizze, bald Realität: Die neue Klingenberger Mainbrücke wird unmittelbar neben ihrer altersschwachen Vorgängerin emporwachsen. Auf dem Klingenberger Hochufer (oben) wird ein Kreisverkehr gebaut.

Grafik: Staatliches Bauamt Aschaffenbur

Wie bereits am 20. Februar ausführlich berichtet, wird unmittelbar neben der altersschwachen Vorgängerin eine 192 Meter lange Spannbetondeckbrücke errichtet, die auf nur noch einem Pfeiler ruhen wird. Das neue Bauwerk wird ab 2011 in Gerüstbauweise in die Höhe wachsen. Generalunternehmerin ist die Firma Max Bögl aus Neumarkt (Oberpfalz).
Unmut im Gremium gab es, als Zangl auf den Kostenanteil der Stadt zu sprechen kam. Auf der Projektionswand erschien plötzlich ein Betrag von 396000 Euro, auf den die Räte offenkundig nicht gefasst waren. Udo Ackermann (FWT): »Das ist ein harter Brocken.« Auch Dr. Reinfried Galmbacher fragte sich, wieso der Stadtrat hiervon nichts gewusst habe. Da half auch Zangls Erklärung wenig, es handele sich um Folgekosten, die sich durch die Änderung des Straßenverlaufs ergäben: »Die haben mit dem Brückenbau nichts zu tun.« Darunter fallen die Neuverlegung von Leitungen und die Brückenleuchten.
Umwege für Fußgänger und Radler
Entkräften konnte Zangl die Befürchtung Ackermanns, es werde an der Qualität gespart: »Bei Public-Private-Partnership ist das Gegenteil der Fall«, versicherte er auch unter Hinweis auf Erfahrungen beim Brückenbau in Miltenberg. Heribert Siebenlist (CSU) drang darauf, in der Wilhelmstraße mit ersten Gebäudeabrissen »ein Signal zu setzen, dass es auch hier weitergeht«.
Kritisch wird es für die Verkehrsteilnehmer erst 2012/2013, wenn die neue Brücke an die Straßen angebunden wird. Zangl: »Dann wird es an den Ampeln zu längeren Staus kommen.« Auf der alten Brücke wird der mainaufwärts verlaufende Gehsteig während der Bauphase gesperrt, für Fußgänger wird am Bahnhof eine Ampel aufgestellt. Die Radfahrer werden auf beiden Mainufern Umleitungen in Kauf nehmen müssen.Jürgen Schreiner

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