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Yigg
02.07.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Gedächtnislücken in Sachen Sporthalle

Mit einer Mischung aus Erstaunen, Verwunderung, Irritation und einem Schuss Bedauern nahm ich aus Ihrem Sitzungsbericht vom 28. Juni über den Marktgemeinderat Sulzbach die Aussage von Gemeinderatsmitglied Volker Zahn (SPD) in Sachen Sporthalle zur Kenntnis (Zitat):
»Volker Zahn (SPD) mochte sich einen Seitenhieb auf die Sportvereinsvorsitzende Christel Gesierich nicht verkneifen: Acht Jahre lang sei sie Mitglied im Gemeinderat gewesen - Zeit genug, einen entsprechenden Antrag zu stellen.«
Zunächst sei der Korrektheit halber gesagt, dass ich im 13. Jahr bereits Vorsitzende des Turnvereins Sulzbach bin, nicht die des Sportvereins Sulzbach!
Nun einige Fakten zur Auffrischung lückenhafter Gedächtnisleistungen: Bereits 1999 habe ich einen schriftlichen Antrag zur Errichtung einer zweiten Sporthalle gestellt. 2001 wurde dieser Antrag von mir erneuert mit detaillierter Einbeziehung und Darstellung der aktuellen Situation. Daraufhin wurde von der Marktgemeinde eine Bestandserhebung bei den Nutzern der Main-Spessart-Halle abgefragt. 2004 wurde unter meiner Mitarbeit ein Konzept vorgelegt mit Finanzierungsmöglichkeiten, erarbeitet von einer im Sporthallenbau erfahrenen Firma.
Bei fast jeder Aufstellung des Haushaltsplans für die Marktgemeinde Sulzbach war das Thema »zweite Sporthalle« präsent. Zumindest Planungskosten wurden Jahr für Jahr eingestellt, ohne diese jemals in Anspruch zu nehmen.
Als dann im Jahr 2004 ein Planungskonzept mit Finanzierungsvorschlägen einer Firma von mir als Vorsitzende des Turnvereins dem Gemeinderat vorgelegt wurde, regte sich gerade von Seiten des SPD-Fraktionsvorsitzenden Volker Zahn erheblicher Widerstand. Damals unterstellte er mir, nicht autorisiert gewesen zu sein, mit dieser Firma Gespräche zu führen. Es ging dem Vorstand des Turnvereins damals ausschließlich darum, weitere Informationen zu erhalten, um das Thema neu zu beleben.
Die Aussage von Norbert Seitz (CSU) in gleicher Sitzung wirkt auf Vereinsvertreter und Mitglieder der verschiedenen Vereine sicher sehr irritierend (Zitat: »Er sehe es nicht als vorrangig gemeindliche Aufgabe, für eine Halle der Vereine zu sorgen ...«). Wenn es nicht zu den vorrangigen Aufgaben der Gemeinde gehört, für eine Sporthalle zu sorgen, wessen Aufgabe ist es dann? Werden dieses und andere Objekte nicht in erster Linie durch Steuergelder finanziert - also unser aller Geld? Welcher Verein kann es sich realistisch leisten, eine Sporthalle selbst zu finanzieren und zu unterhalten? Sorgt nicht üblicherweise die Kommune mit ihren Angeboten für die Lebensqualität am Ort? Ist es nicht Aufgabe der Kommune, die Rahmenbedingungen zu schaffen, in der Hoffnung, dass zum Beispiel Vereine sie dann mit Leben (Sportangeboten) ausfüllen?
Die Aufgabe unseres Turnvereins ist es unter anderem, ein vielfältiges, breit gefächertes Sportangebot für verschiedene Altersgruppen zu bieten, alle Trainingseinheiten zu koordinieren, Punktspiele zu organisieren und durchzuführen, für die Ausbildung von Traineren, Übungsleitern und Schiedsrichtern zu sorgen. Wenn wir uns »aus diesem Geschäft« konsequent zurückziehen würden, hätten (allein beim TV) mehr als 500 Kinder/Jugendliche kein entsprechendes Angebot im Ort. Sie müssten sich anderen Vereinen anschließen oder in umliegenden Gemeinden etwas suchen (Zeitaufwand, zusätzliche Kosten, ungünstige Umstände) oder aber ihre Freizeit »ganz anders« gestalten. Bei ruhigem, gewissenhaftem Nachdenken kann das doch kaum jemand wirklich wollen, oder?
Christel Gesierich, Vorsitzende des TV 03 Sulzbach, Kurmainzer Ring 30, Sulzbach

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