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20.11.2008 00:00 Uhr 0 Kommentare

Main-Limes-Entdeckerzentrum als Chance für Obernburg

Stadtentwicklung: Zukunftswerkstatt legt Ergebnisse vor - Schirmer: Nur eine breite Basis bringt bei Veränderungen etwas voran

Obernburg Konkrete Ergebnisse aus den Workshops der Zukunftswerkstatt hat der Stadtentwickler Professor Martin Schirmer am Montagabend in der Stadthalle vorgestellt. Die rund 50 Teilnehmer hatten nun Vorschläge auf dem Tisch, die weiterentwickelt und mit Leben erfüllt werden können.
Schirmer fasste zusammen, dass zentrale Funktionen wie Wohnqualität, ortsnahe Versorgung, eine bessere verkehrstechnische Erschließung, städtebauliche Akzente und eine Stärkung von Handel und Gewerbe zur Steigerung der Attraktivität Obernburgs mit dem Stadtteil Eisenbach beitragen. Ganz wichtig sei eine professionell angepackte Vermarktung der sogenannten Alleinstellungsmerkmale, um den Wirtschaftsfaktor Tourismus zu beleben. Große Chancen für die Weiterentwicklung der Römerstadt sah Schirmer in den Plänen für den Bau eines Main-Limes-Entdecker-Zentrums: "Da steckt viel Potenzial drin." Zwar seien auch Risiken damit verbunden, aber durch die überregionale Bedeutung sei ein Zustrom von auswärtigen Besuchern zu erwarten.

Als Mobilitätsknoten bewertete Schirmer den Bahnhof Obernburg-Elsenfeld. Hier müsse eine attraktive Verbindung zu Obernburg geschaffen werden. Insbesondere die Fußgängerbrücke, das Mainufer und der Zugang zur Stadt seien optisch aufzuwerten. Er nannte Beispiele wie einen Landschaftspark Mainaue, die Gestaltung eines Römergartens als Teilstück eines Römerwegs zu den Ensembles der Altstadt. Die Römerstraße als Mittelpunkt müsse als solcher auch dargestellt werden. Basis seien ein entsprechendes Verkehrskonzept und eine Beseitigung unschöner Ecken.

Absage an reine Fußgängerzone Eine Absage erteilte der Städteplaner einer reinen Fußgängerzone. Für den Einzelhandel sei dies tödlich. Ebenso riet er davon ab, die Seitenstraßen im Einbahnverkehr zu gestalten. "Das führt zu großen Umwegen", meinte er. Stattdessen schlug er eine zweispurige Verkehrsführung in der Lindenstraße vor. Sie werde durch den Bau der Abfahrt Nord deutlich entlastet. "Selbst durch die Zweibahnigkeit ist weniger Verkehr zu erwarten als jetzt", prognostizierte er.

Nicht nur die Aufwertung der Mainaue sei ein wichtiger Aspekt für die touristische Erschließung. Auch entlang der Mömling müsse etwas getan werden, wie zum Beispiel ein durchgängiger Fuß- und Radweg oder Schaugärten entlang des Mömlinglaufs im Stadtteil Eisenbach. Die neue Mitte Eisenbachs sei in ihrer dörflichen Struktur zu erhalten und zu verschönern. Hier sei Eigeninitiative gefragt, um wenig attraktive Gebäude und Vorplätze aufzuwerten. Von großer Bedeutung sei die ortsnahe Versorgung. "Das muss unbedingt erhalten und ausgebaut werden", riet der Städteplaner.

Für die Wohngebiete am Stadtrand schlug Schirmer vor, den Bestand in kleinere Parzellen umzustrukturieren und die Quartiersversorgung wie durch Metzgerei und Bäckerei im Areal um die Schule zu verbessern. In der anschließenden Bewertung und Ergänzung der Vorschläge kam insbesondere Kritik zur von Schirmer vorgeschlagenen Zweibahnigkeit der Lindenstraße auf. "Das sollte direkt mit den Betroffenen diskutiert werden, um eine Lösung zu finden", meinte der Städteplaner. Ein Entwicklungskonzept umzusetzen, das gehe nur miteinander, nicht gegeneinander. Alle Bewohner müssten mit den Grundlagen einverstanden sein, denn nur eine breite Basis bringe etwas voran. ruw

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