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11.05.2012 00:00 Uhr 0 Kommentare

Knackpunkte schnell angehen

Verkehr: Gemeinderat Bürgstadt diskutiert Vorschläge des Planungsbüros für Radwege in der Kommune

Bürgstadt Das Büro Via (Köln), das für den Landkreis das Radverkehrskonzept erstellt hat, fand bei ihren Recherchen 17 Punkte, mit denen sich die Situation für Bürgstadter Radler verbessern ließe. Der Gemeinderat ging in seiner Sitzung am Dienstag alle Vorschläge durch und diskutierte, ob die Ideen zeitnah oder bei künftigen Bauvorhaben umgesetzt werden sollen.

Damit jeder Verkehrsteilnehmer erkennt, dass die Verkehrsinsel als Kreisel-Mittelpunkt gedacht ist, soll ein Kreisel auf dem Asphalt markiert werden. Foto: Annegret Schmitz
Bürgermeister Bernhard Stolz betonte, das Radwegenetz in Bürgstadt sei besser als in vielen anderen Gemeinden. Dennoch dürfe man die Vorschläge nicht einfach zur Seite legen.
Einfache Verbesserungen
Einige »Knackpunkte« lassen sich mit einem Eimer Farbe und Pinsel in Ordnung bringen. So fehlen auf dem Radweg nach Eichenbühl die Randmarkierungen, gleiches gilt für den Radweg ab der Erfbrücke in Richtung Miltenberg. Die Rad- und Fußgängerbrücke am Grillplatz an der Erf solle saniert oder erneuert werden, war ein weiterer Vorschlag der Fachleute aus Köln.
Der Rat befand, dass die Radler diese Engstelle kennen und sah keinen Handlungsbedarf. Ebenfalls abgelehnt wurde die Idee, die Fußgänger am Zugang zum Sportgelände auf den unteren Weg entlang des Maines zu leiten, wo derzeit die Radler hingeführt werden.
Dass die Situation der Radler im Kreisverkehr an der Umgehungsstraße/Miltenberger Straße problematisch ist, fanden die Räte auch. Die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs mit Vorrang muss aber mit dem Straßenbauamt abgesprochen werden. Hier war Stolz skeptisch. Als man vor einigen Jahren einen solchen Überweg eingerichtet haben wollte, sei das abgelehnt worden mit der Begründung »auf einer Umgehung muss der Verkehr fließen«.
Ein weiteres Problemfeld ist die Parkplatzausfahrt am Miltenberger Schwimmbad. Hier ist aber nur in Abstimmung mit der Stadt Miltenberg Abhilfe zu schaffen, so dass dieser Punkt erst nach Absprache mit der Nachbarstadt in Angriff genommen werden kann. Dies gilt auch für die Gartenstraße, die Radfahrer künftig in beiden Richtungen befahren sollten.
Schließlich ging es noch um den Radverkehr rund um und auf der Martinsbrücke. Die Auffahrt zur Martinsbrücke ist für Radler und Fußgänger gleichermaßen unübersichtlich, da drei Routen aufeinander treffen. Abhilfe soll ein kleiner Kreisel schaffen, so der Vorschlag der Fachleute. Ein Nadelöhr ist auch die Martinsbrücke in den Stoßzeiten, wenn die Schüler radelnd unterwegs sind. Eine Mittelmarkierung auf der Brücke soll jeweils eine Spur in jede Richtung festlegen.
Aufeinander achten
Karl-Adalbert Maaß (SPD) hielt diesen Vorschlag für nicht gut, das könne nicht funktionieren. Derzeit müsse jeder auf den anderen achten und fühle sich nicht auf seiner »Spur« sicher und im Recht. Holger Reinfurt (UWG) hielt entgegen, dass diese Lösung in Aschaffenburg wunderbar funktioniere. Stolz brachte es auf den Punkt: »Dieser Bereich für Fußgänger und Radler ist nicht breit genug.«
Ein Punkt, an dem die Gemeinde gleich aktiv werden kann, ist die Einfahrt zum Einkaufsmarkt Lidl am Stadtweg. Dort ist ein Pflanzenrondell als Kreiselmittelpunkt gedacht, jedoch fährt jeder, wie er mag. Nun soll der Kreisel markiert werden und die Verkehrsteilnehmer rund um die bepflanzte Insel führen. Allerdings will man sich zunächst vor Ort ein Bild von der Situation machen und eine Verkehrsbegehung mit der Polizei durchführen. In diesem Zusammenhang soll auch der Vorschlag von Max-Josef Eck (CU) geprüft werden, ob ein Zebrastreifen für junge Mütter, die zum Rossmann möchten, in die Planung aufgenommen wird.
Matthias Helmstetter (CSU) wollte wissen, ob die Gemeinde haftbar gemacht werden kann, wenn einzelne Punkte des Konzeptes nicht umgesetzt werden. Stolz stellte klar, dass jeder Verkehrsteilnehmer für sich selbst verantwortlich ist. An Gefahrenpunkten, für die der Markt selbst verantwortlich ist, kann sich jedoch eine Haftungssituation ergeben.
Der Rat kam zu dem Ergebnis, dass man Gespräche mit den Nachbargemeinden führen wird bei Projekten, die beide Gemeinden tangieren. Ferner will man sich an das Straßenbauamt wenden, da einige Vorschläge Staatsstraßen betreffen. Annegret Schmitz

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