Login | Neu hier?
 
MainNetz Logo
 
  
 
hinzufügen Merkliste (0 Objekte)
 
Punkte
Text vergrößern
Text verkleinern
Artikel drucken
Artikel weiterempfehlen
Artikel kommentieren
+
Bookmark
Del.icio.us
Digg
Facebook
Google Bookmarks
Mister Wong
Webnews
Yigg
30.07.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Die neuen Augen der Polizei

Öffentliche Ordnung: Stadtrat spricht sich für Sicherheitswacht aus - Bayernweites Antragsverfahren

Miltenberg  In einer Sicherheitswacht sollen Freiwillige künftig darüber wachen, dass ihre Mitbürger keine Menschen verprügeln, Mülleimer anzünden oder Autos zerkratzen. So will es der Stadtrat, der am Mittwochabend einstimmig beschlossen hat, die Einrichtung einer solchen Sicherheitswacht beim Freistaat zu beantragen.

Freiwillige Freunde und Helfer: So wie hier im sächsischen Weißwasser könnten bald auch in Miltenberg Angehörige der Sicherheitswacht in Zusammenarbeit mit der Polizei Bürger beraten, zurechtweisen und so für mehr (gefühlte) Sicherheit sorgen. Foto: dpa
Miltenberg muss sich nun erst einmal in einem Antragsverfahren aller bayerischen Städte und Gemeinden um 300 Wachtstellen durchsetzen, die der Freistaat komplett bezahlt. Sollte die Stadt zum Zuge kommen, könnten künftig vier Personen insgesamt zehn bis 15 Stunden pro Woche dort Streife gehen, wo die öffentliche Sicherheit - objektiv oder nach dem Empfinden der Bürger - gefährdet ist. Als Beispiele für solche »Angsträume« nannte Polizeihauptkommissar Bernhard Wenzel, der das Projekt vorstellte, den Bahnhof, die Schulzentren, den Fährweg und die Innenstadt zu bestimmten Zeiten.
Leute des Platzes verweisen
»Die Leute von der Sicherheitswacht sollen Augen und Ohren der Polizei auf der Straße sein«, erklärte Wenzel den Stadträten. Sie sollen vor allem abends zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf Streife gehen, Störungen der öffentlichen Sicherheit unterbinden oder an die Polizei melden. Bei konkreter Gefahr dürfen sie auch Personen anhalten, befragen, Personalien aufnehmen und des Platzes verweisen
Die Ordnungshüter, so Wenzel, würden Armbinden oder Jacken mit der Aufschrift »Sicherheitswacht« tragen, dazu Funkgeräte und Pfefferspray zur Selbstverteidigung haben. Es könnten Frauen und Männer zwischen 18 und 60 Jahren sein.
Der Stadtrat zeigte sich durchweg angetan von der Idee, hatte aber Fragen im Detail. »Kann die Sicherheitswache auch gegen Jugendliche vorgehen, die Lärm machen und ihren Müll herumliegen lassen?«, wollte Elisabeth Büchler (CSU) wissen und nahm damit ihrem Parteifreund, Bürgermeister Joachim Bieber, die Worte aus dem Mund - auch wenn der Jugendbeauftragte Hubertus Bundschuh (MWG) einwarf, dass beileibe nicht nur Jugendliche Müll produzierten. Wenzel antwortet zur Zufriedenheit Büchlers: »Es geht ausdrücklich auch um Lärmschutz und öffentliche Ordnung.«
Bedenken vor Drohgebärden
Auf der anderen Seite befürchtete Büchler, dass die Sicherheitswacht den Bürgern mit Drohgebärden begegnen könne. Auch Ruth Schöyen (LM) betonte, die Sicherheitsleute müssten carakterlich geeignet und gut geschult sein, um Konflikte nicht etwa aufzubauen, sondern zu entschärfen. »Wir können keine selbst ernannten Sheriffs brauchen und werden bei den Bewerbungsgesprächen auf soziale Kompetenz achten«, beruhigte Wenzel sie.
Die Wachleute, so der Polizist, müssten die Verhältnismäßigkeit achten, da sie im Auftrag der Polizei und unter ihrer Dienstaufsicht eingesetzt würden. Personenbezogene Daten dürften sie nur an die Polizei weitergeben und seien ansonsten zur Geheimhaltung verpflichtet. In insgesamt 40 Stunden würden sie nicht nur in Rechtsfragen, sondern auch um Psychologie geschult. Günther Vogt (ÖDP) war skeptisch: »Bekommt man für 7,16 Euro pro Stunde qualifiziertes Personal?« Wenzel bejahte das, da es zu Beginn der Wache in Aschaffenburg viermal mehr Bewerber als Stellen gegeben habe.
Vogts Parteifreund Ulrich Frey sagte, der Freistaat solle besser mehr Polizeibeamte einstellen: »Wenn man erst einmal eine Sicherheitswache hat, ist ein regulärer Personalausbaus schwierig durchzusetzen.«
Mehr Beamte wären besser
Wenzel räumte ein, dass ihm mehr Beamte auch lieber seien, schätzte die Chance darauf aber als gering ein. Die Inspektion Miltenberg habe zwar genug Planstellen, aber durch Mutterschutz, Elternzeit und Krankheiten stünden viel weniger Mitarbeiter zur Verfügung. Für Fußstreifen habe die Polizei längst keinen Freiraum mehr. »Eine Sicherheitswacht ist deshalb genau das, was uns in Miltenberg fehlt.«

Mathias Himberg

Mehr zu diesem Artikel
Kommentare
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein!
Benutzername  
Passwort  
     
Zu diesem Artikel sind keine Kommentare vorhanden.
 
 
 
 

da-20100902-preissler
 
Gesucht: Die feschesten Trachtler
Main-Echo, Bote vom Untermain und das Main-Netz suchen die fescheste Miss Dirndl, den kanckigsten Mister Lederhose und die originellste Trachtlergruppe. Ab dem 1. September können Sie auf unserer Sonderseite zur Michaelismesse abstimmen.

Das schönste Dirndl
Der fescheste Trachtler
Die tollste Trachtengruppe

Weinkalender

Sie gehören zu Maindrei- und -viereck, seitdem Wein getrunken wird: Häckerwirtschaften, auch »Hecken« oder »Besenwirtschaften« genannt. Hier finden Sie alle Termine und Informationen zu den regionalen Häckerwirtschaften und Weinfesten.
Zum Weinkalender

 


da-20100824-gentil
 
VERANSTALTUNGSKALENDER
September 2010
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930   
       

TELEFON- UND BRANCHENBUCH
Was suchen Sie?


Wo suchen Sie?



SUCHE IM RESSORT

Ergebnisse und Tabellen
Wer spielt wann?
Wer spielt gegen wen?
Wer spielte wie?
Wer steht wo?