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13.03.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Kindergarten ist bald wieder zu klein

Bürgerversammlung: Junge Familien nehmen Angebote in Kleinheubach an - Ab Frühjahr »Doppelzentrum Heubach«

Kleinheubach  Breitbandausbau, Sanierung Löwensteinring, Schulhausumbau, Heckendurchgang: Eine Menge an Vorhaben ist der Gemeinderat Kleinheubach im vergangenen Jahr angegangen. Bürgermeister Stefan Danninger zog bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im Hofgarten Bilanz und gab einen Ausblick auf aktuelle und künftige Projekte.

Gefragt sind die Plätze in Kinderkrippe und Kindergarten der Kleinheubacher Tagesstätte »Regenbogen«. Der Gemeinderat hat einer Erweiterung der Einrichtung bereits zugestimmt. Jetzt verhandelt die Gemeinde mit der Regierung von Unterfranken über Zuschüsse. Foto: Anja Keilbach
Zu den teuersten Vorhaben gehörten der Ausbau des Löwensteinrings und der Ausbau der Breitbandversorgung. Fast 200 000 Euro hat die Gemeinde der Telekom bezahlt, damit seit Oktober Internetverbindungen zwischen 6000 und 16 000 Kilobit pro Sekunde möglich sind.
Mehr Gruppen
Mehr als gut angenommen wird inzwischen das Betreuungsangebot für Kinder: Nachdem in der gemeindlichen Kindertagesstätte »Regenbogen« mangels Nachwuchs eine Gruppe hatte geschlossen werden müssen, ist nun das Gegenteil der Fall: Jetzt besteht Bedarf an einer zusätzlichen Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen.
Der Gemeinderat hat einer Erweiterung der Einrichtung bereits zugestimmt, berichtete Danninger. Derzeit laufen Gespräche mit der Regierung von Unterfranken über weitere Fördermittel. Leiterin Corinna Jentzmik zufolge besuchen die Krippe derzeit 24 Kinder, den Kindergarten 56 Kinder und den Schülerhort 35 Kinder.
Familienförderung geschehe in Kleinheubach außerdem durch den Preisnachlass beim Kauf von Gemeinde-Bauplätzen, dem Gutschein für ein späteres kostenloses Kindergartenjahr für Neugeborene sowie den Jugendtreff, der nun über eine Halbtagskraft verfügt. Das Schulhaus erhält eine neue Mensa für die Ganztagesklasse. In Sachen Kultur ist die Gemeinde dabei, die neue Versammlungsstätten-Verordnung umzusetzen und im Bürgerzentrum Hofgarten den Brandschutz aufzurüsten.
Schilder für 9500 Euro
Der Bürgermeister erläuterte auch die neuen Verkehrsberuhigungen, die alle auf Anträge der Bewohner hin beschlossen worden seien. Insgesamt hätten die neuen Schilder 9500 Euro gekostet. Die Absenkung von vier Bordsteinen habe 10 000 Euro gekostet. Ob Autofahrer die Tempolimits einhalten, wird übrigens bis auf Weiteres die Kommunale Verkehrsüberwachung kontrollieren: Die Gemeinde war am Dienstag mit ihrem Antrag gescheitert, aus dem Zweckverband auszutreten (wir berichteten am Donnerstag).
In diesem Jahr steht in Kleinheubach nun der Ausbau der Steinmauer an, verkündete Danninger. Im so genannten Seehecken-Center wird voraussichtlich am 20. Mai der neue Rewe-Markt eröffnen, die benachbarten Discounter Penny-Markt und Aldi planen Erweiterungen.
Möglich macht dies die landesplanerische Einstufung Kleinheubachs in ein gemeinsames Unterzentrum mit Großheubach. Der Startschuss zum neuen »Doppelzentrum Heubach« soll in einer gemeinsamen Sitzung beider Gemeinderäte im Frühjahr fallen. Stefan Danninger äußerte sich erfreut über die Unternehmensinvestitionen von Reinhold Keller, Josera, Scheurich, Hess-Wohnwerk, der Sparkasse und dem Weingut Fürst Löwenstein.
Zu den weiteren Vorhaben 2010 gehört der Hochwasserschutz: Die Ergebnisse seiner Klausurtagung vor zwei Wochen will der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 23. März bekannt geben. Geplant ist auch die Sanierung der beiden Trinkwasserbrunnen Kleinheubachs. Derzeit wird die Ersatzversorgung durch die Nachbargemeinden Laudenbach und Miltenberg getestet, über die Kleinheubach während der Arbeiten sein Trinkwasser beziehen soll.
Bebauungsplan für Galgenrain
Bürgerfragen gab es nach den Berichten nur wenige. Mehrere Kleinheubacher erinnerten ihre Mitbürger an die winterliche Schneeräumpflicht. Ein Bewohner wies darauf hin, dass die neue Trasse der Gutenbergstraße zwar über einen Gehsteig verfüge, der aber 20 Meter vor einem bereits vorhandenen Trottoir ende.
Eine Kleinheubacherin forderte mehr Mitspracherecht der Anwohner bei den derzeitigen Vorbereitungen zu einem Bebauungsplan für Galgenrain und Hundsrück. Die Bevölkerung werde zu wenig über die Planungen informiert. Danninger verwies auf die Möglichkeit, im Anhörungsverfahren zum Entwurf Stellung zu nehmen. Der Gemeinderat sehe Flächenbedarf für weiteres Gewerbe oder Industrie. Mehr als ein Unternehmen habe bereits Interesse an Bauflächen bekundet.

Sabine Dreher

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