Ihn stört, dass er nicht im Sandbunker spielen darf und ein paar Hindernisse nahe des Lochs hätten auch nicht geschadet.
Passspiel vor dem Loch
Timo ist zusammen mit 13 Schulkameraden aus der Ganztagsklasse 5/6 zum Probegolfen auf den Marktheidenfelder Golfplatz gekommen. Über 100 Meter weit hat er den Ball abgeschlagen. Beim Putten fehlt dem Elfjährigen aber die Geduld. »Das ist langweilig. Ich bin mehr der Weitschläger«, sagt er.
Ähnlich sieht es André, der in den USA schon mal den Golfschläger geschwungen hat. Sein Ball ist noch 20 Meter weiter geflogen. Jetzt passen sich die beiden die Bälle auf dem Putting-Grün zu, bevor sie einen nach dem anderen versenken.
Als das Loch nach sieben Bällen beginnt überzuquellen, gestehen die beiden Schüler, dass sie gerne öfter spielen würden. »Doch leider kostet es einiges und von der Schule gehen wir nur einmal im Jahr auf den Golfplatz«, sagt André. Golflehrer Malcolm Brown möchte den Kindern »Spaß am Golfen vermitteln«. Im zarten Alter von neun Jahren hat der 44-Jährige mit seinem Lieblingssport angefangen. »In England ist Golf ein weitverbreiteter Volkssport. Schon in der Schule lernt man zu spielen«, erklärt er.
Klassenlehrerin Doris Wohlmacher freut sich über den kostenlosen Unterricht für ihre Nachwuchsgolfer. Sie hat auch schon ein Talent unter den Schülern ausgemacht: Kim konzentriert sich, holt aus, lässt den Ball durch die Luft zischen. Jeder Schwung ein Treffer. »Ich frage mal meinen Vater, ob ich Golfunterricht bekomme«, sagt der Elfjährige mit strahlenden Augen.
Kein Golfkartrennen
Rund 60 Bälle hat jeder Schüler abgeschlagen. Immer mehr leere Körbe stapeln sich an der Abschlagzone. Nach einer Stunde ist der Spaß vorbei. »Die Kinder haben eine neue Sportart entdeckt, die sie vorher so noch nicht kannten«, freut sich die Klassenlehrerin. Einen Wunsch konnte sie ihnen aber nicht erfüllen: Die Schüler hätten vor der Abfahrt gerne noch eine Runde mit den Golfkarts gedreht.
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