Legendäre Schaschlikspieße
Nicht anders sieht es in der Küche aus. 70 Frauen standen abwechselnd vom Montag vergangener Woche bis zum Sonntagabend hinter den Grills und Herden. Zu den allgemein hohen Temperaturen an allen Tagen kamen auch noch die Glut der Grillkohle, die Hitze der Bratpfannen und Öfen. 60 Grad waren da keine Seltenheit. Und dennoch werden in stoischer Ruhe Gyros zubereitet, Pommes frittiert, Bratwürste und Steaks gegrillt. Natürlich auch die Schaschlikspieße. Die haben in Steinmark einen legendären Ruf, sind begehrt.
Allein zwölf Frauen waren damit beschäftigt, unter Leitung von Renate Straub die Spieße zu stecken und zu würzen. Das Fleisch kommt von der Metzgerei Fertig in Oberndorf, dazu kommen noch eine delikate Soße und goldbraune Pommes Frites, dann verdrehen die Genießer verzückt die Augen.
Aber vor dem Preis haben die Götter den Schweiß gesetzt, sagt das Sprichwort. Und geschwitzt haben die Frauen in den vergangenen sieben Tagen mehr, als manch anderer Zeitgenosse in der Sauna. »Den schwierigsten Job haben die Frauen in der Küche«, sagt Vorsitzender Jochen Ruck, und sein Vater Josef ergänzt: » Neben jungen Frauen haben wir viele im Alter zwischen 50 und 60 und darüber, die sich bei diesen Temperaturen abmühen, um gutes Essen zu bereiten.«
Beide, Vater Josef und Sohn Jochen, die selbst überall sind auf dem Sportplatz, sogar für die kleinste Kleinigkeit vorgesorgt haben und abwechselnd auch noch die Ansagen samt Begrüßungen übernehmen, sind stolz auf ihr Team. »120 Helfer bei einem Verein mit 220 Mitgliedern in einem Ort mit 600 Einwohnern, das will schon was heißen«, meint Josef Ruck.
Vorbereitungen schon im Herbst
Eigentlich fangen die Vorbereitungen für das Turnier schon im September und Oktober des Vorjahres an, weil die Einladungen verschickt werden müssen, erläutert Jochen Ruck. Dass die Logistik stimme, liege auch an den guten Lieferanten, die den Verein unterstützen.
In die Freude, dass trotz der Hitze viele Zuschauer gekommen sind, mischt sich auch ein Wermutstropfen: Das 31. Tauziehen zugunsten der Lebenshilfe und des Esselbacher Kindergartens war das letzte. »Am Anfang haben 20 Mannschaften teilgenommen, jetzt sind es nur noch vier, es hat keinen Sinn mehr«, resigniert Josef Ruck. Weshalb das Team der Firma Kurtz den im letzten Jahr bereits gewonnenen Wanderpokal nach dem Sieg über die Feuerwehr Oberndorf behalten durfte. Landrat Thomas Schiebel braucht künftig nicht mehr das Startsignal geben.
Vorher aber fand noch eine Einlage statt: Die Kinder der Lebenshilfe, dessen Vorsitzender Armin Grein anfeuerte, zogen ihre Väter mit dem starken Tau zwar nicht über den Tisch, aber über die weiße Siegeslinie.
Lothar Pfaff






































