Knackig kurze Kinobilder zeigt die Filmstaffel »Augenblicke 2010«. Die Beiträge reichen vom Animationsfilm bis zum Melodram. Foto: privat
Das Filmforum der Volkshochschule zeigt in Zusammenarbeit mit dem Referat für Medienkompetenz des Bereichs Kirche und Gesellschaft am Donnerstag, 11. März, und Montag, 15. März, in den Movie- Lichtspielen das Kurzfilmprogramm »Augenblicke 2010«. Die elf ganz unterschiedlichen Beiträge aus Deutschland, USA, Japan, Afrika und Asien laden zu einer kleinen cineastischen Weltreise jenseits des Popkornkinos ein. Ismet Ergüns türkisch-deutsche Coproduktion «Bende Sira - Ich bin dran« erzählt von der Magie der Kinobilder. Irgendwo in Istanbul haben Kinder ein Spiel erfunden: Der Abzählreim entscheidet jedes Mal neu, wer von ihnen an diesem Tag ins Kino geht. Das gesammelte Geld reicht nur für ein Kind, das hinterher den anderen den Film erzählen muss. Eines Tages aber passiert etwas Seltsames. Genau eine Zigarettenlänge dauert »Clint« von Philipp Scholz, dessen frech erzählte Lovestory absurden Humor vom Feinsten bietet. Zwei Strichmännchen, zu denen völlig unverhofft die Stimme Gottes spricht, stehen im Mittelpunkt von Julia Ockers Streifen »Gott und die Welt«.
Mit dem Oscar prämiertNachdem jedes von ihnen eine Kirche gegründet hat, erkennen sie allerdings schnell, dass sie unterschiedliche Vorstellungen von Gott haben. Und schon beginnt der Streit. »Mickey und Maria« ist ein echter Wohlfühl-Film, der mit hervorragendem Timing und perfektem Zusammenspiel der Darsteller punktet. Gerade von ihrem Freund getrennt, ist Maria in Sachen Liebe total genervt. Ausgerechnet jetzt macht ihr Mickey die romantischste Liebeserklärung ihres bisherigen Lebens. Das Problem ist nur, sie ist Anfang zwanzig, er gerade mal neun Jahre alt. Poesie und hohes künstlerisches Niveau zeichnen den mit dem Oscar 2009 prämiierten japanischen Animationsfilm » Das Haus aus kleinen Würfelsteinen« aus. Der unter anderem mit dem Unicef-Preis ausgezeichnete Film »Hakim« zeigt auf eindringliche Weise und mit einer berührenden Authentizität, die sich kein europäisches Drehbuch hätte ausdenken können, das Schicksal eines HIV-infizierten afrikanischen Waisenkindes. Kurt Kuennes Kurzspielfilm »Validation« ist ein Lehrstück über die Macht des positiven Denkens, in dem Parkwächter Hugh nicht nur Parkscheine abrechnet, sondern jedem einzelnen seiner Kunden ein nettes Kompliment mit auf den Lebensweg gibt. Getreu der Branchenweisheit »Der Langfilm kann nichts, was der Kurzfilm nicht besser kann« verbinden sich in den Beiträgen dieser Filmstaffel inhaltlicher Anspruch, formale Innovation und handwerkliche Perfektion zu einem nachdenkenswerten und unterhaltsamen Filmerlebnis. Nächste Woche läuft im Filmforum der Volkshochschule Jane Campions Film »Bright Star«.
Horst Köhler