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08.02.2012 00:00 Uhr 0 Kommentare

Ersatzleute für Notfallseelsorger

Ökumenischer Dienst: Diakon Anton Siegler für Bereich Lohr und Uwe Kirfel für Bereich Karlstadt vorgestellt

Lohr Ein schwerer Autounfall, ein Großbrand: Oft ist ein Notfallseelsorger zur Stelle. Doch was ist, wenn der Seelsorger verhindert sein sollte? Für diesen Fall hat die ökumenische Notfallseelsorge Main-Spessart einen sogenannten Hintergrunddienst eingerichtet. Diakon Anton Siegler für den Bereich Lohr und Uwe Kirfel für den Bereich Karlstadt stehen bereit, wenn der Notfallseelsorger selbst nicht kommen kann.

Diakon Anton Siegler (links) und Uwe Kirfel stehen bereit, wenn ein Notfallseelsorger im Einsatzfall verhindert sein sollte. Foto: Thomas Josef Möhler
Die beiden wurden am Montag bei einem Pressetermin im Diözesanbüro Main-Spessart am Lohrer Kirchplatz vorgestellt. Elf Seelsorger aus dem westlichen Landkreis und neun aus dem östlichen (was aus katholischer Sicht den Dekanaten Lohr und Karlstadt entspricht) beteiligen sich zurzeit am ökumenischen Notfalldienst, den es seit Dezember 2002 im Kreis gibt.
Zwei Seelsorger seien in den Landkreishälften für jeweils eine Woche lang gleichzeitig in Rufbereitschaft, erläuterte Gräfendorfs Pfarrer Peter Rüb, der Leiter der Notfallseelsorge. Bislang habe nur der »Seelsorger vom Dienst« den Rucksack mit der Ausrüstung für den Einsatzfall dabei gehabt. Diese reicht vom Dachreiter fürs Auto über Warnweste, Taschenlampe und Handy bis zu Teddybären und Gummibärchen für Kinder.
1000 Euro von drei Spendern
Mit Hilfe von insgesamt 1000 Euro der Sparkassenstiftung für den Landkreis, des Rotaryclubs Lohr - Marktheidenfeld und der Firma Untha-Recyclingtechnik aus Karlstadt konnte nach Rübs Angaben weitere Ausrüstung angeschafft werden, um einen Hintergrunddienst einzurichten (die laufenden Kosten tragen die beiden großen Kirchen).
Das sei auch dringend notwendig gewesen, meinte Johannes Weismantel, der Leiter des Diözesanbüros. Mit rund 40 Einsätzen der Notfallseelsorger im vorigen Jahr habe sich die Zahl gegenüber 2010 verdreifacht. Das bedeute, Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz griffen verstärkt auf das Angebot der Notfallseelsorge zurück.
Das gelte vor allem für die Polizei, die die Notfallseelsorge für das Überbringen von Todesnachrichten an Angehörige in Anspruch nehme. »Für die Polizei ist das eine starke Entlastung«, betonte Weismantel.
Keinerlei Unterschiede
Die Alarmierung erfolgt nach Angaben von Uwe Kirfel in der Regel über die Rettungsleitstelle - bei Suiziden, Verkehrsunfällen und Großbränden mit Evakuierungen wie etwa beim Feuer in der Wohnanlage an der Wombacher Straße im vorigen Jahr. Die Notfallseelsorger fragten bei den Betroffenen »nicht nach dem Gesangbuch«, unterstrich der evangelische Dekan Michael Wehrwein. Das bekräftigte auch Kirfel: »Wir machen keinerlei Unterschiede.«
Der Hintergrunddienst soll nach seinen Worten auch eine Entlastung für die beteiligten Geistlichen und Diakone sein (Kirfel selbst ist der einzige Laie). Denn diese würden immer weniger. Bei größeren Unfällen reiche ein Seelsorger nicht aus, ergänzte Weismantel. Laut Wehrwein beteiligen sich in der evangelischen Kirche alle Pfarrer bis auf einen am Dienst, auf katholischer Seite seien es vor allem Diakone. Thomas Josef Möhler

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