»Die erste Bedingung ist, mit sich selbst freundlich umzugehen und an sich selbst zu glauben«, so der Rektor. Nur wer an sich glaube, »erreicht irgendwas«. Wer nach Kräften getan habe, was er konnte, habe etwas zu feiern - und nicht nur der »Allererste«. »Wir sind heute da, um uns selbst zu feiern.«
Die Schüler hätten »etwas geschafft, auch wenn ihr nicht die allerersten Gewinner seid«. Sie hätten gelernt, dass sie dranbleiben müssten, auch wenn etwas nicht auf Anhieb klappe. Für ihr weiteres Leben gab Rektor Wolf den Schülern einen Ratschlag mit auf den Weg: »Tut was! Cool ist derjenige, der was macht, und nicht der, der bloß abhängt.«
Über das Erreichte könnten sich die Schüler freuen, sagte Lohrs 3. Bürgermeisterin Rosemarie Stenger. Sie ernteten nun die Früchte der bisherigen Anstrengungen. Die Basis einer erfolgreichen Zukunft werde in der Schulzeit gelegt. Dennoch dürften in einer immer schnelllebigeren Gesellschaft Lernen und Weiterbildung nicht vergessen werden.
»Wir leben in einer Zeit der Umbrüche und der Neuorientierung«, erklärte Dekan Michael Wehrwein. Es werde immer wichtiger, eine sichere Basis im Leben zu haben. »Stars und Sternchen wie in Hollywood« könnten dazu nur wenig beitragen. Der evangelische Geistliche empfahl statt dessen Jesus Christus: »Gott misst nicht nach Leistung, für ihn ist jeder Mensch wichtig.«
Die Talente seien zwar ungleichmäßig verteilt, aber jeder besitze welche, »er muss sie nur entdecken«, betonte Christine Kohnle-Weis, die Vorsitzende des Fördervereins für die Hauptschule. Allen Unkenrufen zum Trotz hätten schon Generationen von Hauptschülern »einen Job gefunden, eine Familie gegründet und ein erfolgreiches Leben geführt«. Der bayerische Hauptschulabschluss sei ein solider Schulabschluss, »man muss nur etwas daraus machen«.
Zu seiner Schulzeit habe er nie gedacht, »dass die Eltern so in das Schulsystem eingebunden sind«, meinte der Elternbeiratsvorsitzende Anton Karl. Bildung sei eine der »wichtigsten Grundlagen für ein funktionierendes System«. Den Eltern komme dabei »immer eine tragende Rolle« zu. Den Entlassschülern riet Karl, ein gesundes Selbstbewusstsein zu haben und den Blick nach vorne zu richten.
Schülersprecherin Marina Eisner verwies auf die vielen Hürden, die es auf dem Weg zum Schulabschluss zu meistern gegolten habe. Wichtig sei es, »dass man sich einem Problem überhaupt stellt«. An einem Tag des Abschieds von bekannten Gesichtern und gewohnten Lebensritualen werde man daran erinnert, »wie gut wir es bisher hatten«.
»Nichts ist unmöglich«
Lehrerin Kerstin Schieberle las die Geschichte von der Raupe vor, die über eine viel befahrene Straße zum saftigen Grün auf der anderen Seite kriechen will. Wider Erwarten schafft sie es. »Niemand soll sagen, etwas ist aussichtslos«, zog Schieberle die Lehre aus der Geschichte, »nichts ist unmöglich, wenn man das Ziel nicht aus den Augen verliert«.
Durch den Abend führte Stefan Albert. Für den musikalischen Rahmen sorgen die Bläserklassen 5 und 7 sowie Anne-Florin Schulz mit einer Gesangseinlage. Der Zeugnisausgabe schlossen sich ein Sektempfang und ein Tanzabend mit »Mir Zwä & Band« an.
Thomas Josef Möhler






































