Vier Meter lange Echse
Den Fußabdruck hinterließ ein sogenanntes Handtier (Chirotherium), das man sich als rund vier Meter lange Echse auf mittelhohen Beinen vorstellen kann, ähnlich einem Waran.
Der Chefgeologe des Landesamts für Umwelt, Dr. Roland Eichhorn, ist fasziniert vom guten Erhaltungszustand des Abdrucks. Das sei ausgesprochen ungewöhnlich, berichtet Eichhorn im Gespräch mit unserer Redaktion.
Sulzdorfer Fund
Der Sulzdorfer Fund liegt im Keuper, der mit Muschelkalk und Buntsandstein zur Trias (siehe Stichwort) gehört, der prägenden geologischen Formation in der Region. Aus dem Buntstandstein, der im Spessart vorherrscht, sind schon seit langem Saurierspuren bekannt und im Raum Lohr auch gut erforscht.
Es gibt sogar eine eigens nach den Handtieren benannte Schicht, den Chirotheriensandstein. Als zu Beginn der 1970er Jahre auf der Solhöhe das Oberbecken für das Pumpspeicherwerk Langenprozelten gebaut wurde, wurden in dem anfallenden Gesteinsmaterial auch Spuren (Trittsiegel) von anderen Tieren wie Eidechsen und Schildkröten gefunden.
Eine Platte mit einer Reihe unterschiedlicher Trittsiegel stellt das Pumpspeicherwerk in seinem Betriebsgebäude im Sindersbachtal aus. Das Spessartmuseum in Lohr bewahrt ebenfalls Saurierspuren aus dem Buntstandsein auf.
Seit 2004 keine größeren Funde
Immer wieder kommen neue Funde hinzu, so wie 2004, als in einem Steinbruch im Lohrer Stadtwald die Versteinerung von drei bekrallten Zehen eines Handtiers entdeckt wurde. Seither gab es davon aber keine größeren Funde mehr im hiesigen Raum, berichtet Ralf Scheinpflug (Lohr).
Der Experte für die heimische Geologie und für Fossilien erklärt, dass Versteinerungen oft zufällig entdeckt werden. Überall, wo Gesteinsaufschlüsse vorhanden sind, könne man fündig werden. Das gilt besonders für Steinbrüche sowie für Gräben oder Hänge, an denen die Schichten sichtbar sind.
Oft ist Zufall im Spiel
Dem Zufall geschuldet war auch der Saurierfuß in Rhön-Grabfeld. Es ist ein Einzelstück, das auf einem Feld herausgepflügt wurde und so ans Licht kam. Da der Keuper erdgeschichtlich rund 20 Millionen jünger ist als der Buntstandstein, liegt auch zwischen der jeweiligen Tierwelt ein gewaltiger Zeitraum, erklärt Dr. Eichhorn.
Wobei der Fund wiederum nur das Abfallprodukt eines derzeit laufenden Projekts war. Denn momentan wird ganz Bayern geologisch kartiert im Hinblick auf die mögliche Nutzung von Erdwärme und dabei fiel den Experten besagter Saurierfuß in die Hände. Für Dr. Eichhorn war das »eine kleine Sternstunde«.
Heinz Scheid






































