Sie hat zusammen mit ihrer Tochter Daniela 2001 die Brauerei an die Würzburger Hofbräu AG verkauft, hofft aber dass sie Grundstücke und Gebäude noch möglichst lange verpachten kann und der Brauereibetrieb noch viele Jahre weiterläuft.
»Es uns wäre es fürchterlich, wenn in Lohr kein Bier mehr gebraut würde«, sagte sie gestern. Aber auch sie setzt nicht nur auf einen weiteren erfolgreichen Weg des Keilers. Für Petra Stumpf-Mecklinger und ihre als geschäftsführende Gesellschafterin der Besitzgesellschaft tätige Tochter würde sich dann tatsächlich die Frage stellen, was aus dem zentrumsnahen und für die Stadtentwicklung wichtigen Areal wird. Würde der Bierkonzern die Braustätte in Lohr einstellen, gingen sicherlich treue Kunden verloren. Große Sorgen muss sich die ehemalige Brauereichefin derzeit aber nicht machen. An ihrem heutigen Geburtstag wird sie nicht auf dem heimischen Buchenhof bei Steinfeld-Hausen anzutreffen sein und auch nicht feiern, denn gestern Nachmittag startete sie nach Flensburg zur Feier des Abiturs vor 50 Jahren. Die am 10. März 1940 geborene Petra Sommer (»Ich bin ein echtes Lohrer Mädchen«) ist zwar in Lohr aufgewachsen, verbrachte aber ihre letzten Gymnasiumsjahre in Flensburg, weil ihr Vater Walter wieder als Offizier bei der Marine anheuerte. Die junge Sommer-Sprosse studierte in Hamburg Sprachen und wollte in die weite Welt. Aber ausgerechnet beim ersten Urlaub d in Lohr ist es passiert: Sie lernte den alle überragenden Alfred Stumpf (1929 bis 1985) kennen und lieben und heiratete 1964 in die Privatbrauerei ein. Seitdem lebt sie auf dem im gleichen Jahr an Stelle der Mittelmühle errichteten Buchenhof, dem Aussiedlerhof der Brauerei. Aus der Ehe mit Brauereibesitzer Alfred Stumpf ging Tochter Daniela hervor, die nach dem frühen Tod ihres Vaters die Brauerei weiterführte. Mitte 1989 heiratete Petra Stumpf in zweiter Ehe in Las Vegas Dr.-Ing. Roland Mecklinger, bekannt geworden als Top-Manager bei Messerschmidt-Bölkow-Blohm und Kienzle sowie als Vorstandsvorsitzender von Fichtel & Sachs und Alcatel. Den Elektro-Ingenieur mit mehreren Aufsichtsratsmandaten und Verantwortung für 30000 Mitarbeiter hatte Alfred Stumpf in den Unternehmensbeirat seiner Brauerei geholt.
»Gesundheit und Glück haben ist wichtiger als alles andere«, sagt er heute und seine Frau beschreibt die derzeitige Beschäftigung in der familiären Atmosphäre des Buchenhofs so: »Unser Hobby ist das Wohnen - ob hier oder in Österreich.« Beide sind auch gerne in Portugal und auf Schiffsreisen. Sie reisen viel und verstehen nicht, dass ausgerechnet durch das idyllische Buchental ein ihrer Meinung nach überflüssiger Zubringer zur autobahnähnlichen Bundesstraße 26 neu gebaut werden soll. Gegen den Trassenverlauf durch das Buchental will sich die 70-Jährige mit ihrer Tochter wehren. Die diplomierte Betriebswirtin Daniela ist mit dem ehemaligen Zehnkämpfer Jochen Schmied, einen Sportökonom und Betriebswirt verheirat, und hat eine muntere Tochter.
Gesund und munter ist auch Petra Stumpf-Mecklinger, die auch einiges für ihre Fitness tut: Im Winter Ski fahren und im Sommer Golf spielen. »Es geht mir gut«, sagt die Jubilarin, die wegen des Verkaufs der Lohrer Zeitung durch ihre Mutter Juliane und wegen der Veräußerung des Brauereigeschäfts an die Hofbräu auch viel Kritik einstecken musste. Bei der zwischenzeitlichen Marktentwicklung kann sie persönlich froh sein, rechtzeitig gehandelt zu haben.
Günter Weislogel






































