»Wie die Kuh zum Sonntag« sei er zum Bürgermeisteramt in Weyersfeld gekommen, sagte Löser einmal. Aus heiterem Himmel wählten die Bürger den 34-Jährigen, obwohl er nicht kandidiert und vorher nie eine Gemeinderatssitzung verfolgt hatte. Erfahrung in einem öffentlichen Amt hatte er nur als Vorsitzender des SV Weyersfeld gesammelt.
Nach der Einarbeitungszeit begann der parteilose Bürgermeister im zweiten Amtsjahr mit der Zukunftsplanung für Weyersfeld. Zunächst wurde ein Baugebiet ausgewiesen und der Straßenbau forciert. Kernstück war jedoch die Trinkwasserversorgung. In Hans Kenner, dem Bürgermeister der Nachbargemeinde Höllrich, fand Löser einen guten Partner und so wurde ein Zweckverband gegründet.
Die erfolgreiche Bürgermeisterachse Löser-Kenner prägte auch die Entwicklung der Einheitsgemeinde Karsbach. Die entstand bei der Gemeindegebietsreform 1978 aus den zuvor selbstständigen Gemeinden Heßdorf, Höllrich, Karsbach und Weyersfeld. Rudolf Löser wurde zum Bürgermeister gewählt, Hans Kenner sein Stellvertreter. Löser steuerte bis Mai 1996 die Geschicke von Karsbach. In dieser Zeit entstand die Zentralkläranlage und Baugebiete brachten einen Einwohnerzuwachs. Straßen wurden gebaut und der Kindergarten erweitert.
Großen Wert legte Rudolf Löser auf das Zusammenwachsen der vier Ortsteile und ging mit gutem Beispiel voran: Seine Mitgliedschaft in sämtlichen Vereinen der neuen Gemeinde war ein deutliches Zeichen.
Auch in der 1978 gegründeten Verwaltungsgemeinschaft (VG) Gemünden hat der 80-Jährige seine Spuren hinterlassen. Als Vorsitzender schuf er mit Geschäftsstellenleiter Franz Fischer für die drei Mitgliedsgemeinden eine Verwaltung, die bis heute ihre Struktur beibehalten hat. Verändert haben sich nur die Räumlichkeiten durch den Umzug von einem Provisorium in der Remise des Huttenschlosses in einen nur wenige Meter entfernt errichteten Neubau.
Erhalt der Ruine Homburg
Doch auch mit einer Ruine ist der Name Rudolf Lösers eng verbunden. 24 Jahre war er Vorsitzender des Homburg- und Denkmalschutzvereins. Unter seiner Regie wurden zahlreiche Maßnahmen zum Erhalt der zweitgrößten Burgruine Deutschlands umgesetzt. Viele Auszeichnungen hat Löser für seine Verdienste bekommen. Neben der Ehrenmitgliedschaft in zahlreichen Vereinen ernannte ihn die Gemeinde zum Altbürgermeister und zum Ehrenbürger.
Gesundheitlich ist der Altersjubilar seit Jahren stark angeschlagen und schon deshalb wird die Schar der Gratulanten in der Hauptsache auf die eigene Familie beschränkt sein. Aufopferungsvoll wird Rudolf Löser von seiner Ehefrau Edith gepflegt, die am selben Tag Geburtstag feiern kann wie ihr Ehemann. Herbert Hausmann







































