In "Mensch Benedikt" wirft Bittlinger Papst Benedikt XVI. unter anderem vor, durch die Ablehnung von Kondomen die Ausbreitung von Aids in Afrika zu fördern oder offen Streit mit nicht-katholischen Christen zu suchen. Ein Konzert, das der christliche Liedermacher im August im Odenwald gab, stand unter dem Schutz der Polizei, bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Südhessen. Dabei habe es aber keinerlei Störungen gegeben: "Wir werden in den kommenden Tagen nochmals mit Clemens Bittlinger über die Angriffe sprechen und ihm Verhaltensratschläge geben."
Bittlingers Dienstherr Peter Steinacker, der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), bezeichnete den Song als "Mahnung unter Geschwistern im Geiste Jesu Christi". Zwar gehöre Kritik an dem Text "zum Pluralismus" dazu, sagte Steinacker: "Die Kritik mancher katholischer Kreise, die sogar vor Morddrohungen nicht zurückschrecken, geht allerdings weit darüber hinaus und ist nicht akzeptabel." Darin zeige sich ein Potenzial an Gewalt, Selbstüberhöhung und fundamentalistischer Intoleranz, das als Gefahr jeder Konfession innewohne. Bittlinger selbst versteht sein Lied als "empörten Zwischenruf auf die Art und Weise, wie die römische Kirche mit anderen Kirchen und Konfessionen umspringt". Er wünsche sich einen Dialog auf Augenhöhe, sagte er der Nachrichtenagentur.
Dieses Ziel wird er mit seinem Liedtext nicht bei allen Katholiken erreichen. Das Online-Portal kreuz.net bezeichnete ihn in Reaktion auf den Spiegel-Artikel als "Papsthasser", der sich selbst "als Opfer und seine Kritiker als Täter hinstellen" wolle.
Das ganze Arsenal antikatholischer Propaganda. Blogger im kath.net In kath.net heißt es, der Liedermacher verwende in seinem Lied "das ganze Arsenal antikatholischer Propaganda", das auch von einem protestantischen Pfarrer nicht richtiger werde. Katholische Blogger - laut "Spiegel" aus Aschaffenburg - hätten ihm deshalb einen Katechismus übersandt. Das Päckchen hatte Bittlinger von Spezialisten des hessischen Landeskriminalamts untersuchen lassen, weil er darin eine Bombe oder Gift vermutete.
Schon vor drei Jahren hatte eine Gruppe katholischer Blogger der evangelischen Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover) einen Katechismus geschickt, nachdem sie sich gegen den Ablass ausgesprochen hatte, den Papst Benedikt XVI. Teilnehmern des Weltjugendtags in Köln gewährt hatte. dpa Im Internet: www.bittlinger-?mkv.de







































