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Yigg
31.01.2013 01:43 Uhr 1 Kommentare

Altes Bahnprojekt neu geplant - ICE-Wegfall in Aschaffenburg bislang kein Thema

Aus- und Neubaustrecke Hanau -Würzburg - Fulda 
Das Projekt galt als beerdigt, doch es war offenbar nur scheintot: Seit Mittwoch steht offiziell fest, dass die Bahn "Mottgers" wieder aus der Schublade holt. Das bedeute allerdings nicht automatisch, dass Aschaffenburg und der Bayerische Untermain mit dem Verlust des ICE Anschlusses rechnen müssen.
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DB-Netz-Vorstand Oliver Kraft (links) und der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch präsentieren in Wiesbaden das neue Planungskonzept. Fotos: Rainer Reichert
Die seit 2002 auf Eis liegenden Planungen für eine Aus- und Neubaustrecke Hanau - Würzburg - Fulda werden wieder aufgenommen, verkündeten der Vorstandsvorsitzende der DB Netz, Oliver Kraft, und der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im hessischen Landtag.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch dass Aschaffenburg und der bayerische Untermain mit dem Verlust des ICE-Anschlusses rechnen müssen. Die Planungen seien »absolut ergebnisoffen«, versicherte Kraft: »Wir sind nicht auf eine Trasse festgelegt«. Neben der als in »Mottgers-Spange« bekannt gewordenen Schienentangente durch den Nordspessart komme auch eine Trassen-Entwicklung auf der Achse Hanau-Fulda oder der Ausbau der weiter südlich gelegenen Achse Hanau-Aschaffenburg-Würzburg infrage.

Bürger sollen beteiligt werden

Schon bei der Bekanntgabe der Planungen kam es im Landtag zum ersten Protest.
Kraft versprach eine neue Dimension von Bürgerbeteiligung: Interessenverbände, Initiativen und Kommunen könnten aktiv an den Planungen mitwirken. Nach Angaben des Infrastruktur-Chefs der Bahn soll eine Projektgruppe zunächst rund ein Jahr lang die 2002 eingestellten Pläne aktualisieren. Für die Vorplanung müsse mit weiteren drei bis vier Jahren gerechnet werden, weitere zwei Jahre für das Raumordnungsverfahren. Ein Baubeginn sei frühestens in zehn bis elf Jahren möglich.

Im erste Anlauf waren die Planer nur bis zum Stadium einer »Raumempfindlichkeitsanalyse« gekommen, die 2002 veröffentlicht wurde. Darin wurden für weitere Untersuchungen zwölf Varianten ausgewählt: Neben dem Ausbau der bestehenden Strecken Hanau - Würzburg und Hanau - Fulda mehrere Verlaufstrassen für eine Neubaustrecke zwischen Gelnhausen bis zu Einmündung in die Schnellbahnstrecke Würzburg - Fulda. Der nächstgelegene Ort, Mottgers, gab dem Projekt seinen Namen.

Es wurde in der Folgezeit zum Schreckgespenst für Kommunalpolitiker, Umweltaktivisten und die Wirtschaft am bayerischen Untermain. Auch bei der Neuauflage der Planungen würde der Fernverkehr bei einer Entscheidung für die »Mottgers-Variante« wohl überwiegend an Aschaffenburg vorbei geführt werden.

»Projekt aus der Mottenkiste«

Sie leitet das Projekt: DB Netz Managerin Marlene Kißler.
Der Aschaffenburger OB Klaus Herzog SPD) sprach deshalb in einer ersten Reaktion von einem »Projekt aus der Mottenkiste«. Er verwies gegenüber unserer Zeitung darauf, »dass die Bahn viel Geld für den Aschaffenburger Bahnhof ausgegeben hat«, Das sei »nicht zuletzt wegen des ICE« erfolgt.

Außerdem sei ein Neubau für die geringe Zeitersparnis zwischen Frankfurt und Würzburg nicht angemessen. Das sieht man bei der Bahn und in der hessischen Landesregierung allerdings anders. Verkehrsminister Rentsch sprach gestern von einem dringend Bedarf, das Engpassproblem zwischen Hanau und Fulda zu lösen. Die Verlagerung der Fernverkehre »auf eine neue Strecke« schaffe auf der Bestandsstrecke Kapazität für attraktiveren Nahverkehr und Entlastung von lärmintensiven Gütertransporten. Kraft ergänzte: »Die Strecke ist überbelastet und für den Fernverkehr zu langsam.«

Auf der südlichen Verbindung Hanau - Würzburg kommt es nach seiner Auffassung zwar durch das Projekt Schwarzkopftunnel zu Verbesserungen bei Güter- und Nahverkehr: »Aber für den Fernverkehr ändert sich dadurch wenig«.

Rainer Reichert


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ICE muss bleiben
Die Bahn wird in der Fläche gebraucht! Man muss sich nur anschauen, wie sehr der ICE genutzt wird. Es darf nicht das einzige Ziel der Bahn sein, wenige Metropolen mit Höchstgeschwindigkeit mit maximalem Verdienst zu versorgen! Die Regionen müssen gut verbunden sein, deshalb kann es zum ICE-Halt Aschaffenburg keine Alternative geben! Ich finde es zudem problematisch, dass es zwischen den Regionalzügen und den ICE (und den wenigen IC-Linien) kein Zwischenangebot gibt!
Jens Marco Scherf, Kreisrat Miltenberg & Zweiter Stellvertr. Bürgermeister Wörth am Main
geschrieben: 30.01.2013 20:48
 
 
 
 
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