Bilderserie, " Binnenschiffer Vogt sitzt aif dem Main fest", dpa
In der Schifffahrt hat die Zwangspause auf den Flüssen nach Ansicht eines bayerischen Kapitäns auch positive Seiten. Michael Vogt ist auch deshalb so gelassen, weil die Eiseskälte nach Meinung des Binnenschiffers nicht ungewöhnlich ist. »Dieser Winter ist längst nicht extrem. Diese Temperaturen sind doch ganz normal«, sagt der 50-Jährige am Dienstag der Nachrichtenagenur dpa. Sein Güterschiff »Babetta« hat wegen des zugefrorenen Mains in Schwarzach am Main (Landkreis Kitzingen) angelegt.
Die Schifffahrt sei in den vergangenen zehn Jahren von den milden Wintern verwöhnt worden. »Wir haben uns daran gewöhnt und deshalb trifft einige der plötzliche Kälteeinbruch so hart«, ist Vogt überzeugt. Er selbst habe trotz seiner mehr als 30-jährigen Erfahrung auch nicht damit gerechnet, dass seine Reise bereits in Schwarzach gestoppt wird. Vogt war mit zwei Matrosen und mit fast 3000 Tonnen Mais von Regensburg nach Rotterdam unterwegs.
Der Kapitän ist davon überzeugt davon, dass die Schifffahrt auf dem Main und im Main-Donau-Kanal mit mehr Eisbrechern noch zwei oder drei Tage länger möglich gewesen wäre. Doch wegen der milden Winter seien die in vielen Regionen abgeschafft worden. »Früher hatte fast jeder Regierungsbezirk einen Eisbrecher, heute gibt es für fast 550 Flusskilometer nur noch eine Handvoll Eisbrecher. Das ist viel zu wenig.« Aber Vogt relativiert auch: »Auf der anderen Seite: Selbst mit den Eisbrechern wären wir nur etwa 30 Kilometer weiter gekommen als jetzt.« Vogt ist am Wochenende mit seinem 172 Meter langen Güterschiff vor einer vereisten Schleuse steckengeblieben. Ein Eisbrecher befreite das Schiff.
Das Weiterfahren gegen den Widerstand des Eises wäre nicht sinnvoll und verursache am Ende mehr Kosten als die Liegezeit. »Es geht auf das Material, wenn wir mit brachialer Gewalt arbeiten. Dann muss das Schiff zur Reparatur in die Werft. Dann lieber hier liegen und die Reparaturkosten sparen.« Der Reederei des Schiffes zufolge gehen dem Unternehmen pro Liegetag rund 1700 Euro verloren.
Nun stehe eine Zwangspause von mehreren Wochen an. »Der Februar geht wahrscheinlich komplett drauf«, ist sich der Schiffmann sicher. Er will die Zeit nutzen, um die sieben Motoren seines Schiffes zu warten. »Ölwechsel, Ventilspiel einstellen – da gibt es schon viel zu tun.« Seine beiden Steuermänner hat der 50-Jährige nach Hause geschickt. »Wenn die Eisbrecher wieder ihre Arbeit aufnehmen, rufen wir die Kollegen zurück.«
Christiane Gläser, dpa







































