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07.09.2012 00:00 Uhr 0 Kommentare

»Jeder Klasse einen gut ausgebildeten Lehrer«

Bildung: 100 000 Unterrichtsstunden für Unterfranken, Beamtenstellen für 21 Absolventen - Das neue Schuljahr

Würzburg 
Die Lehrerversorgung an den Volksschulen im Bezirk sei gar nicht so schlecht, wie es in den vergangene Wochen vielfach zu hören war. Das betonte Gustav Eirich, Leiter des Sachgebiets Schulen bei der Regierung von Unterfranken, gestern bei der Schuljahrspressekonferenz in Würzburg. Jede Klasse werde einen »gut ausgebildeten Klassenlehrer« haben.
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Unterfränkische Bildungslandkarte: Jeder rote Punkt bezeichnet einen Mittelschulstandort, die Kringel kennzeichnen die Schulverbünde. Foto: Pat Christ
Insgesamt seien den unterfränkischen Schulen etwas mehr als 100 000 Unterrichtsstunden zugewiesen - nicht viel weniger als im Vorjahr, wie es gestern hieß. Nach Einschätzung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) jedoch hat das bayerische Kultusministerium den Personalbedarf falsch berechnet. Allein in Unterfranken fehlten mindestens 100 Stellen, sagte BLLV-Bezirksvorsitzender Gerhard Bleß. Um dennoch die Pflichtstunden zu gewährleisten, würden Lehrkräfte aus der Mobilen Reserve herangezogen. Zusätzliche Differenzierungs- und Förderstunden seien so nicht möglich, Unterrichtsausfall bei Krankheit sei die Folge.
Von den 256 in Würzburg ausgebildeten Lehramtsabsolventen für die Grundschule erhalten Eirich zufolge nur 21 eine Beamtenstelle in Unterfranken. Weitere 63 werden zwar verbeamtet, müssen jedoch nach Oberbayern oder Mittelfranken. 132 Grundschullehrer werden nur in Teilzeit und für zunächst ein Jahr befristet in Unterfranken angestellt. 20 Stunden in der Woche dürfen sie vorerst tätig sein.
Dazu BLLV-Mann Bleß: Junglehrer würden durch befristete »Ex-und-hopp-Arbeitsverträge ohne Perspektive« immer mehr »wie eine staatliche Verfügungsmasse« behandelt. Unterfranken verliere zahlreiche im Bezirk ausgebildete und hervorragend qualifizierte Grundschullehrer an die Nachbarländer Hessen, Baden-Württemberg und Thüringen, wie Regierungspräsident Paul Beinhofer bestätigt. Gerade Grundschullehrer vom Untermain erhielten in Hessen oft »interessantere Angebote«, als der Freistaat ihnen im eigenen Bundesland unterbreiten könne.
Eine klare Antwort gab Beinhofer auf die Frage nach den Schulstandorten: »Wir wollen unsere Grund- und Mittelschulen halten.« Selbst Zwergschulen würden nicht geschlossen. Dieser »Luxus«, der viele Lehrerstunden binde, müsse mitunter durch eine höhere Klassenstärke in den Städten bezahlt werden. Wobei sich die Klassengröße insgesamt positiv entwickele: »In mehr als 85 Prozent der Klassen werden im kommenden Schuljahr höchstens 25 Schüler unterrichtet.« Von 3128 Volksschulklassen seien nur 75 als »groß« zu bezeichnen.
Noch wenig Einfluss hat die UN-Behindertenrechtskonvention auf die Schulwahl der Eltern behinderter Kinder. Über 6800 besuchen ab 13. September eine Fördervolksschule. Der Rückgang beträgt hier 0,7 Prozent gegenüber 3,3 Prozent bei den Volksschülern insgesamt. Zugleich steigt die Zahl der Schulen mit dem Schulprofil »Inklusion« von fünf auf zwölf. Dazu gehören Faulbach und Mönchberg im Kreis Miltenberg sowie Arnstein und Zellingen im Main-Spessart-Kreis.
Dass inzwischen 20 Prozent aller Hauptschüler die Mittlere Reife erreichen, nennt Regierungspräsident Bein-hofer einen großen Erfolg. Inzwischen werden in allen unterfränkischen Mittelschulverbünden M-Klassen, die zur Mittleren Reife führen, gebildet. Besonders viele davon gibt es im Kreis Aschaffenburg. Ihre Zahl erhöhte sich in den vergangenen fünf Jahren von acht auf zehn. In der Stadt Aschaffenburg sind es vier, in den Kreisen Miltenberg und Main-Spessart je acht M-Klassen. pat
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