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12.02.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Diözese ebnet Weg für die Zukunft der Seelsorge

Pfarrgemeinschaften: 157 neue Institutionen als Antwort auf Katholikenrückgang und Glaubensherausforderungen

Würzburg  Zwei Jahre haben die Vorbereitungen gedauert. »Es kostete Zeit und Mühe, aber es hat sich gelohnt«, sagt der Sulzbacher Pfarrer Norbert Geiger. Seit Christi Himmelfahrt 2009 sind die Kirchengemeinden von Sulzbach, Soden und Dornau im Kreis Miltenberg in der Pfarrgemeinschaft »Sankt Christopherus« vereint. Sie ist eine von 157 vergleichbaren Organisationen in der Diözese Würzburg.

Die Landkarte der Pfarrgemeinschaften präsentieren (von links): Domvikar Christoph Warmuth, Bischof Friedhelm Hofmann, Domkapitular Hans Herderich, Pastoralreferent Rainer Ziegler. Foto: POW
Vor vier Jahren hatte Bischof Friedhelm Hofmann die »Strukturreform« eingeleitet und den ersten Fastensonntag 2010 als Zielpunkt festgesetzt, an dem das Seelsorgeangebot an die Anforderungen der Zukunft angepasst ist. Zum vorgesehenen Termin sind 157 der geplanten 164 Pfarreigemeinschaften eingerichtet.
Nur wenige »Nachzügler«
»Nachzügler« sind überwiegend Pfarreien, in denen die Pfarrerstelle derzeit vakant ist. In zwei Fällen baten die Beteiligten um mehr Zeit für die Umsetzung. Außerdem bleiben 14 Pfarreien vorerst ohne Einbindung in eine Gemeinschaft.
Die Zusammenschlüsse reichen von zwei bis acht beteiligten Kirchengemeinden. Sie vereinen im Durchschnitt 4600 Katholiken. Die größte Pfarreigemeinschaft ist mit 11 787 Gläubigen »Maria Frieden«, die aus den vier Pfarreien in Schweinheim, Gailbach und Obernau gebildet wurde. Mit 11 506 Gemeindemitgliedern fast genau so groß ist die Pfarreigemeinschaft Lohr, zu der auch Neustadt am Main und Erlach zählen.
Ab 2015 neuer Spitzenreiter
Unter den zehn größten Gemeinschaften stellt der Untermain fünf. Ab 2015 wird in Würzburg durch eine Fusion von zwei aktuellen Pfarrgemeinschaften ein neuer »Spitzenreiter« mit knapp 12 100 Katholiken entstehen. Hinter der Idee zur Verwirklichung größerer Einheiten stehen nach den Worten von Bischof Friedhelm Hofmann »ein Bündel von Gründen«.
So konnten die Bistümer bundesweit nicht die Augen davor verschließen, dass Austritte und die negative Entwicklung der Bevölkerung auch die Zahl der Katholiken schrumpfen lässt. Seit 1990 ging sie in Unterfranken von 914 069 auf 827 225 zurück. In zehn Jahren könnten es weitere 100 000 Menschen weniger sein. Hinzu kommt der Mangel an Seelsorgekräften.
Wie Bischof Hofmann gestern deutlich machte, geht es ihm aber nicht nur um die bessere Nutzung von Ressourcen. sondern auch um eine neue Qualität der Seelsorge. »Wir müssen uns fragen, was Menschen brauchen, um ihr Leben zu gestalten und es mit Gott in Berührung zu bringen«, glaubt der Oberhirte des Bistums.
Dabei ging man in Unterfranken andere Wege. »Wir wollten die Basis einbeziehen, statt von oben herab zu entscheiden, wie es andere getan haben«, berichtete Domkapitular Hans Herderich. Mit der Bildung der Pfarrgemeinschaften ist für ihn die Strukturreform noch nicht abgeschlossen.
Das betonte auch Bischof Hofmann: »Jetzt müssen sich die inhaltlichen Dinge aufbauen.« Impulse dafür will er in diesem Jahr bei vier »Regionaltagen« aussenden. Der für den Untermain wird am 30. Oktober in Aschaffenburg abgehalten. Bis dahin haben die Beteiligten noch Zeit, sich auch an ein anderes Novum zu gewöhnen. »»Mit der gemeinsamen Kasse«, berichtete Pfarrer Geiger, »hatten unsere Kirchenpfleger etwas zu kämpfen.«

rr

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